Die Bergwacht Rathen ist am Samstagnachmittag erneut zu einem Unfall im Gebiet des Carolafelsens in den Affensteinen ausgerückt. Kurz nach 14 Uhr ging die Alarmierung ein, wie die Einsatzkräfte mitteilen. Es war bereits der sechste Einsatz dieser Art an gleicher Stelle in diesem Jahr.
Ein Wanderer war nach Angaben der Bergwacht in eine schwer einsehbare Felsspalte gestürzt und dabei rund vier bis fünf Meter tief gefallen. Er zog sich eine Kopfverletzung zu.
Die Bergung erwies sich wegen des unwegsamen Geländes als aufwendig. Nach der medizinischen Erstversorgung durch die Bergwacht wurde ein Rettungshubschrauber angefordert. Luftretter und Windenführer holten den Verletzten mithilfe der Rettungswinde aus dem Felsgelände.
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Nach einer Zwischenlandung auf einer Wiese versorgte ein Notarzt den Mann erneut. Anschließend flog der Hubschrauber den Verunglückten zur weiteren Behandlung in ein Krankenhaus.
Bergrettung muss häufiger ausrücken
Zuletzt kam es Ende Juli in der Sächischen Schweiz zu einem tödlichen Unglück. Ein 61-jähriger Wanderer aus Rheinland-Pfalz stürzte unweit der berühmten Basteiaussicht in die Tiefe. Der Verunglückte konnte nach einem mehrtägigen Sucheinsatz nur noch tot geborgen werden.
Der Fall reiht sich in eine Halbjahresbilanz mit deutlich gestiegenem Einsatzaufkommen ein. Nach Angaben von Kai Kranich, Sprecher der DRK Bergwacht Sachsen, rückten die Bergretter in den ersten sechs Monaten 2026 zu rund 400 Einsätzen aus. Im Vergleichszeitraum 2025 waren es über 300. Der Zuwachs sei vor allem auf die Winterrettung in Oberwiesenthal zurückzuführen, wo mehr als die Hälfte aller Einsätze auf Skiunfälle entfielen. Auch die meisten Fahrradunfälle wurden im Erzgebirge registriert.
In der Sächsischen Schweiz verzeichnete die Bergwacht im ersten Halbjahr 83 Einsätze, ein Wert, der laut Kranich auf dem Niveau des Vorjahres liegt. Ob die Gesamtzahlen erneut steigen, lasse sich erst zum Saisonende Ende Oktober beurteilen. Häufigste Ursache für Alarmierungen im Elbsandsteingebirge bleiben Wanderunfälle, darunter Stolperstürze und internistische Beschwerden von Naturfreunden, die nicht zwingend mit dem Wandersport zusammenhängen.
Die Zahl der Einsätze mit Rettungshubschraubern in der Sächsischen Schweiz stieg von 30 im Jahr 2019 auf 44 im Jahr 2025. Auch die sogenannten Alarmgruppen, die aus ehrenamtlichen Einsatzkräften bestehen und die Zeit außerhalb der Wochenenden abdecken, wenn die beiden Bergwachthütten nicht besetzt sind, werden häufiger gerufen: 2019 waren es 67 Einsätze, 2025 bereits 86.
Ein Gemeinschaftsprojekt mit dem Nachbarland Tschechien soll Unfälle und Abstürze künftig verhindern. Die sächsische Bergwacht arbeitet dazu mit dem tschechischen Anbieter der Wander-App Mapy.com zusammen. Ziel der Kooperation ist es, die Sicherheit von Wanderern in den sächsischen Mittelgebirgen zu erhöhen und zugleich die Ausrüstung der Bergretter zu verbessern.
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Erschwerend kommt für die Rathener Bergwacht hinzu, dass die eigene Rettungswache seit dem schweren Unwetter Ende Juli nicht einsatzfähig ist. Die Hüttenmannschaft ist derzeit im Gemeindehaus der Bergwacht Dresden untergebracht und rückt von dort zu ihren Einsätzen aus.
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