Lebensgefahr

Sächsische Schweiz: Diese beliebten Wander-Ziele sind nach dem Unwetter gesperrt

Nach dem verheerenden Unwetter ist ein großes Waldgebiet der Sächsischen Schweiz gesperrt. Wo jetzt akute Lebensgefahr droht und welche Ziele weiter erreichbar sind.

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Sturmschäden sind auf der Zuschauertribüne der Felsenbühne Rathen im Nationalpark Sächsische Schweiz zu sehen.

Sturmschäden sind auf der Zuschauertribüne der Felsenbühne Rathen im Nationalpark Sächsische Schweiz zu sehen.

© Sebastian Kahnert/dpa

Große Teile der Sächsischen Schweiz sind gesperrt – und das aus einem bitteren Grund. Nach einem schweren Unwetter Ende Juli hat das Landratsamt Sächsische Schweiz-Osterzgebirge ein Betretungsverbot für zahlreiche Waldflächen und beliebte Wanderwege erlassen. Laut Behörde geht von den beschädigten Bäumen eine akute Gefahr für Leben und Gesundheit aus.

Betroffen sind ausgerechnet einige der bekanntesten Ausflugsziele der Region. Bei dem Sturm starb ein Mann, drei Menschen wurden schwer, zehn weitere leicht verletzt. Wer jetzt einen Ausflug plant, sollte genau wissen, wohin er noch darf – und wohin auf keinen Fall.

Was ist passiert? Ein Unwetter mit tödlichen Folgen

Am Freitag, dem 31. Juli, zog ein heftiges Unwetter über die Region. Innerhalb von Minuten entlud sich der Sturm nahe der Felsenbühne Rathen.

Ein 38 Jahre alter Wanderer wurde auf dem Basteiweg von einem umstürzenden Baum getroffen und tödlich verletzt. Er war als Tourist mit drei Freunden in Rathen unterwegs, die unverletzt blieben. Drei weitere Menschen kamen schwer verletzt ins Krankenhaus, zehn wurden leicht verletzt.

Rathens Bürgermeister Roman Rolof beschrieb die Wucht des Sturms drastisch: „Gesunde Laubbäume“ seien „wie Streichhölzer umgeknickt“. 40 Besucher mussten aus dem Gefahrengebiet gebracht werden.

Welche Gebiete sind gesperrt?

Das Betretungsverbot gilt für ein rund 25 Hektar großes Waldgebiet zwischen Rathen, Rathewalde und Hohnstein. Betroffen sind Waldflächen und Wege in den Bereichen Rathen, Lohmen, Rathewalde und Hohnstein.

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Konkret gesperrt sind unter anderem:

  • die Schwedenlöcher
  • der Amselgrund
  • der Wehlgrund
  • der Raaberkessel
  • Teile des Polenztals
  • zahlreiche Verbindungswege rund um die Bastei
  • die Basteibrücke und der Weg nach Niederrathen

Der Grund: Zahlreiche Bäume wurden entwurzelt oder beschädigt. In den Baumkronen hängen lose Äste und Kronenteile, die jederzeit herabfallen können. Selbst auf den ersten Blick sichere Wege sind betroffen.

Wohin dürfen Besucher noch?

Nicht alles in der Sächsischen Schweiz ist gesperrt – Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) betonte ausdrücklich: „Es ist nur ein kleiner Teil betroffen“.

Weiterhin zugänglich bleiben:

  • die berühmte Bastei als Aussichtspunkt, erreichbar über die Basteistraße
  • der Gamrig über die Zuwegung aus Richtung Waltersdorf
  • das Nationalparkgebiet südöstlich bei Bad Schandau

Auch das Berghotel Bastei hat das Unwetter nach eigenen Angaben gut überstanden und ist geöffnet. Die Elbfähre in Rathen transportiert allerdings nur noch Einwohner und Übernachtungsgäste – Tagestouristen bleiben zunächst außen vor.

Was droht bei Verstößen?

Wer die Sperrung ignoriert, riskiert empfindliche Strafen. Das Betreten der gesperrten Flächen ist untersagt – bei Verstößen drohen Bußgelder von bis zu 2500 Euro. In besonders schweren Fällen können bis zu 10.000 Euro fällig werden.

Ausgenommen sind Einsatz- und Rettungskräfte, Beschäftigte von Forst-, Naturschutz- und Sicherheitsbehörden, Waldbesitzer, Fachfirmen bei Sicherungsarbeiten sowie zugelassene Personen wie Mitarbeitende der Felsenbühne Rathen.

Die Feuerwehr musste am Morgen nach dem Unwetter aktiv Wanderer davon abhalten, das Gebiet zu betreten. Kreisbrandmeister Björn Rosenkranz warnte klar: Dort bestehe „akute Lebensgefahr“.

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