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Sängerin Annemarie Eilfeld aus Sachsen-Anhalt: „Lasse mich nicht vor einen politischen Karren spannen“

Bands wie Alphaville sprechen sich gegen rechts aus, viele Künstler positionieren sich öffentlich gegen die AfD. Auch Annemarie Eilfeld bekommt regelmäßig Anfragen – und äußert sich nun dazu.

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Sängerin Annemarie Eilfeld

Sängerin Annemarie Eilfeld

© Star Media/Imago

Auch für Musiker sind es gerade aufgeregte Zeiten. Kurz vor den Wahlen in Sachsen-Anhalt, Berlin und Mecklenburg-Vorpommern nutzen viele Künstler die Gelegenheit, sich politisch zu positionieren.

Aktuell sorgt zum Beispiel die Band Alphaville für Aufregung: Sie wurde von den Veranstaltern des Glücksgefühle-Festivals ausgeladen, das am ersten September-Wochenende am Hockenheimring stattfindet.

Der Grund für die Absage sind politische Äußerungen der Band. Alphaville-Sänger Marian Gold sieht einen Angriff auf die Meinungsfreiheit, spricht von einem „Maulkorberlass – uns allen bestens bekannt aus Diktaturen“.

Gehört Politik auf die Bühne eines Musikfestivals?

Im Netz werden die Festivalveranstalter scharf kritisiert. Dort heißt es zum Beispiel: „Good Vibes mit klarem Kompass gegen Rechts, das sollte Eure Glücksgefühleverpflichtung sein, gegenüber Euren Besucherinnen und Besuchern sowie gegenüber den Bands und Musikerinnen und Musikern.“

Die Veranstalter bestehen in einem Statement darauf, ein Ort zu sein, an dem man die Sorgen des Alltags vergessen könne. „Und da gehört es auch dazu, das Thema, das die Menschen in Deutschland aktuell am meisten spaltet, Politik, außen vor zu lassen und gemeinsam eine schöne Zeit zu verbringen – jenseits jeglicher möglicher Konflikte.“

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Es ist ein Statement, das so vielleicht auch zur Sängerin Annemarie Eilfeld passen könnte. Die 36-Jährige jedenfalls hat sich zu einer ganz ähnlichen Sache geäußert, wenn auch unabhängig vom Alphaville-Kontext.

Bei Instagram betont Eilfeld zunächst, sie gebe selten solche Statements ab. Doch sie habe in den vergangenen Wochen verdammt viele Anfragen bekommen – „von Organisationen, von Vereinen, für bestimmte Parteien Werbung zu machen“.

Die Sängerin konkretisiert: „Das Hauptaugenmerk lag eigentlich darauf, mich gegen eine bestimmte Partei zu positionieren und damit Werbung zu machen.“ Doch die Organisationen und Vereine könnten sich die Arbeit sparen, mit solchen Anfragen an sie und ihr Management heranzutreten, sagt Annemarie Eilfeld, die durch die Fernsehsendung „Deutschland sucht den Superstar“ bekannt wurde.

Sie betont, auch gegenüber ihren 80.000 Followern: „Ich lasse mich nicht vor irgendeinen politischen Karren spannen. Weder für noch gegen eine bestimmte Partei.“

Eilfeld: „Meine politische Meinung bleibt privat“

Die Wahl sei nicht ohne Grund geheim, jeder Mensch habe das Recht auf eine freie Wahl: „Ich respektiere auch unterschiedliche politische Überzeugungen. Es ist als Künstlerin nicht meine Aufgabe, die Menschen gegeneinander aufzuhetzen. Sondern in erster Linie mit Musik miteinander zu verbinden.“

Deswegen mache sie diesen Job so gerne, sagt Eilfeld, die im Jahr 1990 in der Lutherstadt Wittenberg geboren wurde und in Dessau-Roßlau aufwuchs. „Also noch mal für alle“, beendet sie ihr Social-Media-Statement, „ich bin raus, was solche Kampagnen angeht.“ Bei ihren Konzerten sei jeder willkommen, und: „Meine Stimme gehört mir – und meine politische Meinung bleibt privat.“

In den Kommentaren bekommt die Musikerin, die vor allem Schlager, modernen Pop-Schlager und elektronische Popmusik singt, viel Zuspruch. „Endlich mal ne vernünftige Einstellung“, heißt es dort. „Politik ist nicht eure Aufgabe, Religion ist nicht eure Aufgabe, Fußball-Teams auch nicht. Da kann man sich immer nur mit in die Nesseln setzen. Musik. Einfach nur Musik.“

Auch auf der Plattform X verbreitet sich Eilfelds Statement. „Sie bleibt bei ihren Leisten, versteht sich als Künstlerin und heißt jeden willkommen. Musik verbindet, statt moralisch zu werten“, heißt es da.

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