Sachsen-Anhalt

Sangershausen: Mögliche Ansiedlung von Rüstungsunternehmen stößt auf Kritik

Im südlichen Sachsen-Anhalt könnte sich ein Rüstungsunternehmen ansiedeln. Der Stadtrat gibt grünes Licht für weitere Verhandlungen.

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In Sangershausen in Sachsen-Anhalt soll ein Rüstungsunternehmen angesiedelt werden.

In Sangershausen in Sachsen-Anhalt soll ein Rüstungsunternehmen angesiedelt werden.

© F. Berger/imago

Der Stadtrat von Sangerhausen in Sachsen-Anhalt hat grünes Licht für weitere Verhandlungen gegeben. Von den Linken kommt scharfer Widerspruch.

Der Stadtrat beauftragte den Oberbürgermeister am Donnerstagabend in einer nicht öffentlichen Sitzung, weiterführende Gespräche mit einem Interessenten für eine Großansiedlung zu führen. Das teilte eine Sprecherin der Stadt mit.

Linke kritisiert Ansiedlung von Rüstungsunternehmen scharf

Den Angaben zufolge geht es um eine Fläche von bis zu 130 Hektar im geplanten Industriepark Mitteldeutschland westlich der Stadt. Details zum Unternehmen oder zur Branche nannte die Stadt nicht. Nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur handelt es sich um einen Teilehersteller, der für den Rüstungsbereich fertigt.

Sangerhausen plant die neue Industriegroßfläche seit mehreren Jahren. Laut Bebauungsplan soll damit die wirtschaftliche Entwicklung der Region gefördert und dem Strukturwandel begegnet werden. Der Ortsverband Sangerhausen der Partei Die Linke sprach sich in einer Erklärung vom Freitagabend gegen das Vorhaben aus.

Der Ortsvorsitzende und Landtagskandidat André Röthel erklärte, seine Partei stehe grundsätzlich gegen eine weitere Aufrüstung und damit auch gegen eine weitere Militarisierung der Region. Statt Milliarden in Waffenproduktion und militärische Infrastruktur zu investieren, brauche es Investitionen in soziale Sicherheit, Bildung, Gesundheitsversorgung und zivile Industriearbeitsplätze.

Röthel warnte zudem vor Sicherheitsrisiken für die Bevölkerung. Rüstungsproduzenten und militärische Zulieferer seien im Falle internationaler Konflikte legitime Ziele militärischer Angriffe, erklärte er. Wer Rüstungsindustrie ansiedle, erhöhe damit auch das Sicherheitsrisiko für alle, die dort lebten. Kritisch äußerte er sich auch zu möglichen Fördermitteln aus dem Sondervermögen, während andernorts Geld für Schulen, Vereine oder kommunale Infrastruktur fehle.

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