Der kalifornische Satellitenbetreiber Planet Labs PBC hat die Veröffentlichung seiner hochauflösenden Satellitenbilder aus der Golfregion um auf inzwischen 14 Tage ausgeweitet. Damit will das Unternehmen verhindern, dass „feindliche Akteure“ die Aufnahmen nutzen, um US-Streitkräfte und deren Verbündete anzugreifen.
Planet Labs, das eine der größten zivilen Satellitenflotten zur Erdbeobachtung betreibt, teilte seinen Kunden laut einem Bericht von France24 mit, die Maßnahme sei Teil seines „Engagements für verantwortungsvolle Datenpraktiken und die Sicherheit von Personal vor Ort“ seit Ausbruch des Nahostkriegs. Normalerweise stehen die Bilder des Unternehmens Kunden – darunter Nachrichtenagenturen, Unternehmen und Forschungseinrichtungen – nahezu in Echtzeit zur Verfügung.
„Alle neuen Aufnahmen der Golfstaaten und angrenzender Konfliktzonen werden einer verpflichtenden Verzögerung unterworfen, bevor sie in unserem Archiv verfügbar gemacht werden“, erklärte Planet Labs. Die Maßnahme solle verhindern, dass „feindliche Akteure die Sicherheit von alliierten und Nato-Partnerpersonal sowie Zivilisten gefährden“. Aufnahmen des Iran sind von der Einschränkung ausgenommen. Das Unternehmen ließ offen, ob es auf Anweisung der US-Regierung handelte.
Bereits zuvor hatte Planet Labs eine 30-tägige Verzögerung für Bilder des Gazastreifens eingeführt. Auch der US-Konkurrent Vantor, vormals unter dem Namen Maxar bekannt, veröffentlicht grundsätzlich keine Aufnahmen von Militärbasen der US-Streitkräfte oder ihrer Verbündeten.
Kommerzieller Satellitenmarkt verändert die Kriegsführung
Wie Reuters berichtet, verlängerte Planet Labs die anfängliche Vier-Tage-Frist am Montag auf 14 Tage. Ein Unternehmenssprecher erklärte gegenüber Reuters, man wolle „jede unkontrollierte Verbreitung der Bilder begrenzen, die zu deren unbeabsichtigtem Zugang und taktischer Nutzung durch feindliche Akteure führen könnte“. Der Konflikt sei „dynamisch und in vielerlei Hinsicht einzigartig“.
Fachleute für Raumfahrt weisen darauf hin, dass der Iran möglicherweise über Drittstaaten Zugang zu kommerziellen Satellitenbildern erhalte. Der Fall verdeutlicht, wie stark die Ausweitung des kommerziellen Raumfahrtgeschäfts Konflikte beeinflusst.
Hochauflösende Satellitenbilder waren früher ausschließlich wenigen militärisch fortgeschrittenen Staaten vorbehalten. Durch den wachsenden kommerziellen Markt hat sich das grundlegend geändert – eine Entwicklung, die bereits im Ukraine-Krieg sichtbar wurde. Inzwischen setzen Satellitenbetreiber zusätzlich KI ein, um Bildanalysen zu beschleunigen und relevante Gebiete schneller zu identifizieren.
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Weltraumstreitkräfte gehörten zu den „ersten Akteuren“ bei der Operation gegen den Iran
Chris Moore, ein Berater der Verteidigungsindustrie und pensionierter britischer Air Vice-Marshal, sagte gegenüber Reuters: „Diese Expertenanalyse war früher hochrangigen Militäranalysten vorbehalten, das ist nicht mehr der Fall.“ Langfristig werde die Technologie ein „allsehendes Auge aus dem Weltraum“ schaffen, das die Tarnung militärischer Kräfte und Täuschungsmanöver erheblich erschwere.
US-Offizielle erklärten laut Reuters vergangene Woche, dass die amerikanischen Weltraumstreitkräfte zu den „ersten Akteuren“ bei der Operation gegen den Iran gehört hätten. Das US Space Command, zuständig für Raketenüberwachung, sichere Kommunikation und satellitengestützte Aufklärung, wollte sich zu den eingesetzten Fähigkeiten nicht im Detail äußern.
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