Bauernregel

Schicksalstag am Donnerstag: Laut Bauernregel entscheidet dieser eine Tag über den ganzen Oktober

Remigius-Bauernregel im Check: Nach 31 Grad bringt der Donnerstag Regen. Was der Lostag für den Oktober bedeutet und was Meteorologen sagen.

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Dunkle Wolken über dem Stoppelfeld: Regnet es am 1. Oktober, bringt laut alter Bauernregel der ganze Monat Verdruss. (Symbolbild)

Dunkle Wolken über dem Stoppelfeld: Regnet es am 1. Oktober, bringt laut alter Bauernregel der ganze Monat Verdruss. (Symbolbild)

© Imago/Mark Duffy

Ausgerechnet am 1. Oktober, einem alten Lostag im Bauernkalender, kippt das Wetter. Nach bis zu 31 Grad erwartet der Deutsche Wetterdienst ab Donnerstag vor allem im Westen Regen und einzelne Gewitter.

Für genau diesen Fall hat der Volksmund eine klare Ansage: „Regen an Sankt Remigius bringt den ganzen Monat Verdruss.“

Regen am Remigiustag: In halb Deutschland greift die Bauernregel

Am Donnerstag ziehen in der Westhälfte dichte Wolken und schauerartiger Regen auf, lokal auch Gewitter mit Starkregen, meldet weather.com. Warm bleibt es trotzdem, mit 22 bis 28 Grad.

Damit erfüllt der Westen die Bedingung der Regel. Der Osten dagegen bleibt nach heutigem Stand überwiegend trocken, zeitweise scheint dort sogar die Sonne.

Zwischen Rostock und Dresden bliebe der Oktober also laut Volksmund verdrussfrei. Dort passt eher ein anderer Spruch: „Oktober-Sonnenschein schüttet Zucker in den Wein.“

Die Remigius-Regel selbst ist alt und kursiert in mehreren Varianten. In einer Fassung heißt es, der Regen bringe „für den ganzen Mond Verdruß“, gemeint ist der Monat.

Bei Gewittern gelten die amtlichen Warnungen des DWD.

Ein ganzer Monat Verdruss? Ab Montag halten die Wettermodelle dagegen

Am Freitag breiten sich Schauer weiter aus, die Höchstwerte sinken laut DWD auf 18 bis 23 Grad. Am Tag der Deutschen Einheit und am Sonntag wird es heiter bis wolkig, Schauer gibt es vor allem im Westen.

Ab Montag rechnen die Meteorologen wieder mit viel Sonne und nur wenigen Schauern. Der angekündigte Verdruss müsste also schon nach vier Tagen Pause machen.

Dabei hatte der Volksmund erst am Dienstag Großes angekündigt. Nach dem sonnigen Michaelistag soll schon am 13. Oktober der Winter kommen. Wer beiden Regeln glaubt, bekommt einen verdrießlichen Oktober mit Wintereinbruch zur Monatsmitte.

Rekordpegel von 2 Zentimetern: Hier wäre der Verdruss-Regen ein Segen

Am Rhein sähe man die Remigius-Regel gelassen. In Kaub fiel der Pegel auf 2 Zentimeter, fünf Zentimeter unter den bisherigen Tiefstwert vom 17. August.

Frachtschiffe fahren seit Monaten nur mit deutlich weniger Ladung. Nach Einschätzung der Bundesanstalt für Gewässerkunde könnte der Regen Anfang Oktober zumindest vorübergehend etwas Entlastung bringen.

Was die Bauernregel Verdruss nennt, wäre für die Binnenschiffer die erste gute Nachricht seit Wochen.

Ernte, Lese, Vorräte: Darum fürchteten Bauern den Regen an Remigius

Lostage waren Tage, an denen Bauern das Wetter der kommenden Wochen ablasen. Anfang Oktober ging es um viel, denn die Ernte musste eingebracht und die Vorratskammern gefüllt werden.

In Österreich gilt Regen an Remigius im Volksmund bis heute als Vorbote eines nassen Oktobers, und manche Winzer richten ihre Lese nach dem Wetter an diesem Tag, schreibt regionalsuche.at. Das Portal hält zugleich fest, dass Bauernregeln nur regional und zeitlich begrenzt taugen und der Klimawandel viele Lostage schwächt.

Der Namensgeber selbst hatte mit Wetter wenig zu tun. Remigius wurde mit 22 Jahren Bischof von Reims und taufte den Frankenkönig Chlodwig I., so die Encyclopaedia Britannica. In den Bauernkalender kam er nur, weil sein Gedenktag am 1. Oktober mitten in die Erntezeit fällt.

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Schon Freitag der nächste Lostag: Diese Oktober-Regeln kommen jetzt

Einen Tag nach Remigius folgt Sankt Leodegar: „Laubfall an Sankt Leodegar kündigt an ein fruchtbar Jahr.“

Die bekannteste Monatsregel lautet: „Ist der Oktober warm und fein, kommt ein scharfer Winter drein.“ Ein warmer Oktober allein bringe noch keinen kalten Januar, ein warmer und zugleich trockener aber schon eher, erklärt wetter.de.

Verwandt ist der Spruch „Im Oktober der Nebel viel, bringt im Winter der Flocken Spiel“. Stabile Hochdrucklagen im Oktober bringen morgens oft Nebel, nach Angaben der Wetterseite begünstigt ein nebelreicher Oktober deshalb einen schneereichen Winter.

Noch besser belegt ist „Oktober rau, Januar flau“. Liegt der Oktober mindestens 1,5 Grad unter dem Klimamittel, folgt laut wetter.com in zwei von drei Jahren ein milder Januar.

Selbst für den Gallustag hat das Portal gerechnet. Fielen am 16. Oktober mehr als zehn Liter Regen pro Quadratmeter, folgte in drei von fünf Jahren ein zu nasser Sommer.

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