Montag gekauft, Mittwoch gelb, Freitag ein Fall für das Bananenbrot. Kaum ein Lebensmittel kippt so zuverlässig vom Snack zum Sorgenkind wie die Banane.
Entsprechend groß ist das Angebot an Wundertricks im Netz. Der bekannteste: ein Stück Alu- oder Frischhaltefolie um den Stiel. Damit sollen Bananen angeblich wochenlang frisch bleiben.
Ein Redakteur des Magazins GameStar hat das jetzt mehrere Wochen lang mit Bananen derselben Staude ausprobiert. Sein Ergebnis dürfte viele Folien-Fans enttäuschen.
Folie am Stiel: Was die Tests zeigen
Die Banane mit Folie um den Stiel bräunte im Versuch kaum langsamer als die ganz normal gelagerte. Der Tester spricht von höchstens minimalen Vorteilen, auch in einer zweiten Testrunde über elf Tage.
Mit Frischhaltefolie sieht es kaum besser aus. Das US-Kochportal Food52 hat diese Variante getestet, weil Frischhaltefolie besonders dicht schließt. Nach vier Tagen reiften die umwickelten Bananen etwas langsamer, am besten schnitten einzeln umwickelte Früchte ab.
Die Redaktion zog trotzdem ein nüchternes Fazit: Reife Bananen lieber in den Kühlschrank legen, statt Folie zu verbrauchen.
Die Theorie hinter dem Trick klingt plausibel. Bananen bilden das Reifegas Ethylen, und am Stielansatz soll besonders viel davon entweichen. Belastbare Studien dazu gibt es allerdings kaum. Und Ethylen strömt eben nicht nur aus dem Stiel.
Der Sieger: ein verschlossenes Glas
Den klarsten Effekt hatte im Test ein ganz anderer Küchenhelfer. Die Banane im verschlossenen Glas verfärbte sich mit Abstand am wenigsten, selbst nach rund vier Wochen.
Dahinter steckt keine Magie, sondern Biochemie. Ethylen kann die Reifung nur mit ausreichend Sauerstoff antreiben. In einem dicht verschlossenen Gefäß verbraucht die Frucht den Sauerstoff nach und nach, gleichzeitig steigt der Kohlendioxid-Gehalt.
Genau dieses Prinzip nutzt die Obstindustrie: In Lagern mit kontrollierter Atmosphäre wird Bananen bewusst Sauerstoff entzogen, um die Reifung zu bremsen. Fachstudien warnen aber auch: Sinkt der Sauerstoff zu stark, beginnt die Frucht zu gären. Das kann das Aroma verderben.
Wer das Glas ausprobiert, sollte also nicht nur auf die Schale schauen. Riecht die Banane nach dem Öffnen alkoholisch oder vergoren, ist der Trick zu weit gegangen.
Bananen im Kühlschrank: Schale schwarz, Inneres frisch
Platz zwei ging im Test überraschend an den Kühlschrank. Dabei gilt der unter Verbraucherschützern eigentlich als Bananen-Tabu.
Der Grund: Bananen sind Tropenfrüchte. Unter etwa zwölf Grad nehmen ihre Zellen Schaden, die Schale wird braun bis schwarz. Die Verbraucherzentrale NRW weist zudem darauf hin, dass Kälte das Aroma schwächt.
Das Fruchtfleisch bleibt im Kühlschrank allerdings länger fest. Das funktioniert nur mit bereits gelben Bananen. Grüne Früchte reifen in der Kälte nicht mehr richtig nach und bleiben mehlig.
So lagern Sie Bananen richtig
Am wohlsten fühlen sich Bananen bei rund 13 bis 16 Grad, also in einer kühlen Speisekammer oder einem Vorratsregal fern der Heizung. Dort halten sie laut Verbraucherzentrale etwa eine Woche.
Hängend gelagert bekommen sie weniger Druckstellen, die die Reifung zusätzlich beschleunigen. Das Bundeslandwirtschaftsministerium empfiehlt deshalb einen Bananenhaken statt der Obstschale.
Der wichtigste Tipp ist zugleich der einfachste: Äpfel weg. Äpfel, Avocados und Tomaten geben viel Ethylen ab und lassen Bananen in ihrer Nähe deutlich schneller reifen. Laut Öko-Test sollten beide Obstsorten deshalb getrennt liegen.
Umgekehrt funktioniert das als Turbo: Wer grüne Bananen schneller essen will, legt einen reifen Apfel daneben.
Braune Flecken sind kein Grund zum Wegwerfen
Kleine braune Punkte bedeuten übrigens nicht, dass eine Banane verdorben ist. Sie zeigen an, dass Stärke zu Zucker geworden ist. Die Frucht schmeckt dann besonders süß.
Und wenn es doch zu viel wird: Geschälte, überreife Bananen lassen sich in Stücken einfrieren. Später werden sie zu Smoothie, Pancakes oder Bananenbrot.
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