Schönbohm zieht ab aus Berlin

Jens Stiller
2 Min

Berlins Innensenator Jörg Schönbohm will Spitzenkandidat der CDU in Brandenburg werden. Das überrascht nicht sehr, paßt der Mann doch zum Land: In Schönbohms markigem Vokabular haben sich Begriffe wie Abschiebung und Ausländer-Ghettos in letzter Zeit gehäuft. So etwas hört man gerne im roten Stolpe-Reich, in dem die Grenzen zwischen SPD-Wählern und Sympathisanten der Rechtsparteien oft fließend sind.Schönbohm wollte aber auch Innensenator bleiben, solange er in Brandenburg mobil macht. Schönbohm Superstar, ein Mann, der an zwei Fronten kämpft. Diepgen hat ihm diese Chance der Selbstdarstellung genommen, als er ihn zwang, sich für einen Job zu entscheiden. Die Doppelbelastung hätte Schönbohm zum Wackelkandidaten gemacht: Morgens hier, abends dort und beides nicht mehr richtig. Der Innensenator räumt Berlin also nicht in einem geordneten Rückzug, aber letztlich doch freiwillig, weil frustriert. Noch im Februar kürte ihn die Berliner CDU zum Diepgen-Konkurrenten, um ihn kurz danach rechts liegenzulassen. Selbst jetzt, da Diepgens Senat unaufhaltsam erodiert, ruft keiner nach Schönbohm. Für den einstigen Shooting-Star könnte die Oppositionszeit in Brandenburg daher die einzige Zukunft bedeuten, die er als 61jähriger politisch überhaupt noch hat. Da Schönbohm sich selbst am rechten Rand verschlissen hat, geht mit ihm keine Hoffnung mehr.

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