Sabine Rennefanz hat 1993 in der einstigen sozialistischen Modellstadt Abitur gemacht – und ist dann gegangen. Wie viele andere. Jetzt ist sie noch einmal hingefahren – um zu erkunden, ob es eine Zukunft gibt für die schrumpfenden Städte im Osten.
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Ich laufe über den leeren Schulhof, durch die Risse im Beton wächst Gras. Das rostrote Gebäude liegt in der Sonne. Ein Fenster ist eingeschlagen, in einem anderen hängen noch die Spitzengardinen. Die Tür steht offen. Auf dem Boden liegen ein Kabel und ein Kinderfahrrad, wie eilig verlassen. Die Sanitäranlagen sind besser in Schuss als an mancher Schule in Berlin.
Zu DDR-Zeiten hieß es in der Schule „Bei uns wird kein West-Fernsehen geguckt“
Ich bin zurückgekehrt an meine alte Schule in Eisenhüttenstadt. Ich habe hier vier Jahre während der Wendezeit verbracht. Die Schule soll im September abgerissen werden. Vorher wollte ich sie mir noch einmal anschauen. Es kommt mir alles kleiner vor als in der Erinnerung. Die Sonne scheint. Hunde kläffen.
Erst der Stahl, dann die Stadt: Eisenhüttenstadt entstand 1950 auf Beschluss der DDR-Führung.
© Martin Maleschka
Während ich durch die Gänge laufe, bin ich wieder 15. Auf einmal ist alles wieder da. Ich höre das Schulklingeln. Ich denke daran, wie ich zum ersten Mal hinten im Hof an einer Zigarette gezogen hab. Ich sehe die Lehrerinnen, ich höre meine Freundin, ihre Stimme, ihr Lachen. Ich rieche Frau Schneiders Gesichtscreme. Ich sehe die Direktorin, die strenge Frau Koschke, die uns zum Fahnenappell antreten ließ und meiner Freundin Conny noch im Oktober 1989 mit einem Schulverweis drohte, weil sie einen Witz über das Polit-Büro gemacht hatte. „Bei uns wird kein West-Fernsehen geguckt“, das war so einer ihrer Sätze.
Ich laufe die Treppe hoch, in den zweiten Stock. Vor dreißig Jahren, im Mai 1989, stand ich das erste Mal vor diesem Lehrerzimmer. Ich hatte eine Aufnahmeprüfung absolviert, bei der ich auch nach meinem politischen Standpunkt gefragt wurde. Ich weiß nicht mehr genau, was ich erzählt habe, aber ich weiß noch, wie stolz ich war, als ich die Nachricht bekam, dass ich in die Sprachklasse der EOS Clara Zetkin aufgenommen werden würde. Ich würde Französisch und Englisch lernen.
Es gibt nicht mehr genügend Kinder in Eisenhüttenstadt - viele Schulen werden abgerissen
Im September 1989, als Tausende junger Menschen die DDR über Ungarn verließen, zog ich vom Dorf in die Stadt. Von meinen Elternhaus ins Internat. Eisenhüttenstadt, die sozialistische Planstadt, 53.000 Einwohner, kam mir wie eine Großstadt vor. Ich kannte die Stadt ein wenig, mein Vater ist in Eisenhüttenstadt aufgewachsen. Beziehungsweise in Stalinstadt, so hieß die Stadt bis 1961. Sein Vater, mein Großvater, hat das Stahlwerk mit aufgebaut. 1953 zogen sie in eine neu gebaute Drei-Raum-Wohnung mit Zentralheizung und Warmwasser.
Die alte Schule im Diesterwegring in Eisenhüttenstadt: Die Ausschreibung für den Rückbau läuft, ab September sollen die Abrissbagger kommen. Es ist nicht die erste Schule in der Stadt, die abgerissen wird. Für den Abriss bekommt die Stadt Fördermittel von Land und Bund.
© Rennefanz
Nach 1990 wurde aus der EOS ein Gymnasium, wir zogen um in ein anderes Schulgebäude in einem anderen Viertel. Die alte Schule im Diesterwegring im VI. Wohnkomplex wurde erst Gesamtschule, später Grundschule, dann stand sie leer. Als 2015 Zehntausende Flüchtlinge nach Eisenhüttenstadt ins Erstaufnahmelager kamen, war die Schule als Unterkunft für Flüchtlinge im Gespräch. Kurz diente sie als Depot des Dokumentationszentrums Alltagskultur der DDR. In den Klassenzimmern lagen die Reste der DDR, Tonträger, Fotografien, alte Haushaltsgegenstände.
Jetzt wird meine Schule abgerissen, wie zuvor schon die Johannes-R.-Becher-Schule. Es gibt nicht mehr genügend Kinder in Eisenhüttenstadt, die Schule wird nicht mehr gebraucht. Die Stadtverwaltung hat versucht, Investoren zu finden: ein Callcenter, ein Altenheim. Keiner hatte Interesse. Für den Abriss der Schule bekommt die Stadt sogar Fördergelder. Der Abriss wird vom Land und vom Bund finanziert. Über das Programm zur „Rückführung der städtischen Infrastruktur“.
Eisenhüttenstadt war auf 100.00 Bewohner angelegt - übrig sind laut Meldeamt noch 25.000
Bald wächst hier das Gras. Es ist eine Rückführung zur Wiese. Nur die ersten drei Wohnkomplexe sind denkmalgeschützt. Vielleicht ist das das, was in hundert Jahren übrigbleibt.
Ich mache Fotos, ich mache Videos, ich will den Ort festhalten, für mich selbst und auch für meine Kinder später, bevor er für immer verschwindet und nicht mehr zugänglich sein wird. Das Land, in dem ich groß geworden bin, gibt es nicht mehr. Ich will ihnen wenigstens meine Schule zeigen.
Seit 1989 hat sich die Einwohnerschaft von Eisenhüttenstadt halbiert. Ursprünglich war die Stadt mal auf 100.000 Bewohner angelegt. Davon ist sie inzwischen weit entfernt. Laut Einwohnerregister waren im März 2019 noch 25.000 Menschen gemeldet, da sind die Bewohner des Asylbewerberheims, dessen Belegung stark schwankt, schon herausgerechnet. Es waren in den vergangenen Monaten nur ein paar Hundert. Um das Jahr 2015 herum lebten zeitweilig bis zu 7000 Asylbewerber in der Stadt.
Eisenhüttenstadt war das Produkt der DDR - stirbt die Stadt 30 jahre nach dem Staat?
Die größten Abwanderungswellen gab es zwischen 1990 und 2005. Seitdem schrumpft die Stadt langsam weiter. Die Alten sterben, und nur wenige Kinder werden geboren. Nur 14 Prozent der Einwohner sind unter 18 Jahre alt. Früher gab es elf, zwölf Jugendklubs, heute noch eine Handvoll. Ein Großteil der Bewohner ist so alt wie die Stadt: Mehr als jeder dritte ist über 65 Jahre alt. „Wer in der Stadt ohne Rollator unterwegs ist, fällt auf“, witzelt ein Schulkamerad von mir, der inzwischen in Berlin lebt.
Eisenhüttenstadt war das Produkt der DDR. Stirbt die Stadt nun auch, 30 Jahre nach dem Tod des Staates? Anders gesagt: Ist Eisenhüttenstadt zum Scheitern verdammt?
Ist der Niedergang der Städte im Osten aufzuhalten?
Ich stehe in der verlassenen Schule, und ich frage mich, ob der Niedergang hätte verhindert werden können. Ich frage mich, ob ich nicht auch ein bisschen schuld bin daran. Was wäre gewesen, wenn ich geblieben wäre?
Oder steckt in dieser Fragestellung nicht schon eine gewisse Hybris? Ein Sich-Erheben über diejenigen, die geblieben sind?
Der Schriftsteller Lukas Rietzschel, der in Görlitz lebt, sagte kürzlich in der Zeit: „Ich finde, man sollte zurück nach Görlitz oder Kamenz, man sollte herziehen, man sollte wieder hier sein. Ich fühle mich verantwortlich dafür, dass die Stadt weiterlebt.“ Das hat mich bewegt.
Viele Schüler verließen nach dem Abitur Eisenhüttenstadt
Ich bin 1993 nach dem Abitur weggezogen. Damals war Lukas Rietzschel zwei Jahre alt. Mich zog es fort, aus Abenteuerlust, Fernweh, Neugier. Aber mich hielt auch nichts. In Eisenhüttenstadt herrschte nach 1990 eine düstere Stimmung, ein Gefühl des Niedergangs.
Innerhalb kürzester Zeit wurden 6000 Mitarbeiter des Eisenhüttenkombinats Ost (EKO) entlassen, die übrigen kämpften um die Weiterexistenz des Werks. Es gab keine Proteste gegen die Sanierer von der Treuhand, aber es war die Zeit, als überall Hakenkreuze auf den Wänden auftauchten, bald flogen Brandsätze auf das neu eröffnete Asylbewerberheim. „Ich habe mich immer gewundert, dass uns damals keiner eine Bombe unter das Auto gelegt hat“, sagt ein enger Mitarbeiter Helmut Kohls, der damals mit dem Umbau des EKO befasst war.
So wie mir ging es damals vielen Schülern. Marit ging nach Münster. Conny nach Zürich. Katrin, Jan und Anja nach Berlin. 70 Prozent der Abiturjahrgänge gingen damals weg, viele nach Berlin, Bayern oder Baden-Württemberg. Kaum jemand kam zurück.
Was soll aus Eisenhüttenstadt werden?
Die Stadt veränderte sich. Immer, wenn ich mal wieder zu Besuch kam, fehlte etwas. Eine Schule, ein Block, manchmal ein ganzes Wohnviertel. Wie ein Gebiss, das löchrig wird.
Die Lindenallee in Eisenhüttenstadt mit dem ehemaligen Hotel Lunik.
© Martin Maleschka
Ich fahre zur Lindenallee, der Ladenstraße. Es gibt ein Spielzeuggeschäft, das Friedrich-Wolf-Theater, einen Bäcker, ein Eiscafé, das palastartige Rathaus, die Brunnen sprudeln. Es wirkt sehr idyllisch, gepflegt und sehr leer. Das Eiscafé hat an dem Nachmittag unter der Woche zu. Im Spielzeugladen bin ich die einzige Kundin, als ich zu meinem Auto zurücklaufe, kommt mir niemand auf dem Bürgersteig entgegen.
Was soll aus Eisenhüttenstadt werden? Eine Wellness-City für Ältere, eine Art Sun City des Ostens? Das hatte mal ein Team von Forschern vor zehn Jahren vorgeschlagen, kam aber nicht so gut an.
Das Stahlkohlewerk ist der wichtigste Arbeitgeber der Region - doch es macht Verluste
Manfred Kühn forscht am Institut für Raumbezogene Sozialforschung (IRS) zu Städten, die lange abgeschrieben waren, jetzt aber vom Boom Berlins profitieren: Eberswalde oder Brandenburg/Havel. Städte in der zweiten Reihe, so nennt er sie.
Hätte Eisenhüttenstadt Chancen, frage ich ihn am Telefon. „Das ist bisher viel zu abgelegen, liegt eher in der dritten oder vierten Reihe“, sagt er. Man fährt vom Berliner Hauptbahnhof etwa eineinhalb Stunden – zu lange, um täglich zu pendeln. Und wenn man ankommt, ist man erst im Ortsteil Fürstenberg, 15 Minuten von der Innenstadt entfernt. Busse fahren selten, Carsharing gibt es nicht. Eisenhüttenstadt habe auch das Problem, dass es von einem einzigen Werk abhängig ist, über dessen Zukunft woanders, in der Zentrale in Luxemburg, entschieden werde, sagt Manfred Kühn. „Chancen sehe ich nur, wenn sich eine innovative Wirtschaft entwickelt, indem man zum Beispiel Start-ups in die Stadt holt.“
Das EKO heißt inzwischen offiziell ArcelorMittal Eisenhüttenstadt und gehört zum gleichnamigen internationalen Stahlkonglomerat. Alle sagen immer noch EKO. Das Werk ist mit 2600 Mitarbeitern der wichtigste Arbeitgeber der Region. Es ist gut ausgelastet, macht aber Verluste. Wie lange sich die Firma das Werk noch leistet, ist unklar.
Schüler aus Schweden besuchen Eisenhüttenstadt
Als im März eine Umstrukturierung im Gespräch war und das Werk in Eisenhüttenstadt mit dem in Bremen zusammengelegt werden sollte, war die Aufregung groß. Die Sätze aus den Neunzigern waren wieder da: „Stirbt das Werk, stirbt die Stadt.“ Oder: „Dann sind wir hier wieder die verlängerte Werkbank des Westens.“
Bürgermeister Frank Balzer (SPD) gab Interviews. „Eine Zusammenlegung wäre ein ganz schlechtes Signal, damit würde ein weiterer Leuchtturm aus Brandenburg verschwinden“, sagte er in die Mikrofone. Kurz darauf waren die Pläne vom Tisch.
Am Abend treffe ich Frank Balzer im Feuerwehrmuseum. Er ist umringt von blonden Schülerinnen und Schülern, auf den Tischen steht Wasser, es gibt Würstchen. Die Schüler kommen aus Schweden und verbringen zwei Wochen in Eisenhüttenstadt. Wie gefällt es euch, frage ich auf Englisch. Ein Mädchen antwortet, ohne das Handy aus der Hand zu legen: „Wir dachten, es sei langweilig hier. Aber es ist doch ganz gut.“ Was gefällt dir am besten? „Alles.“
Die AfD hat hier viele Kandidaten
Balzer trägt Sakko und einen Schal um den Hals, er steht auf, die Hände vor sich verschränkt. Gleich kommt Ministerpräsident Dietmar Woidke zur Bürgersprechstunde.
Der Sozialdemokrat Balzer ist seit etwa einem Jahr im Amt, er war lange stellvertretender Betriebsratschef im EKO. Und er redet, als sei er das immer noch. 1963 geboren, hat er sein Leben in Eisenhüttenstadt verbracht, seine Eltern waren im EKO, seine Schwiegersöhne auch. Er wünscht sich, dass auch seine Enkel einmal im EKO arbeiten werden.
Neben Balzer wartet eine SPD-Kandidatin für den Landtag und erzählt, wie schwer der Wahlkampf sei. Die AfD sei überall, habe viele Kandidaten, viele Veranstaltungen. Es sei schwer, mit Themen durchzudringen. Ein paar Wochen später gewinnt die AfD acht Mandate in der Stadtverordnetenversammlung, ist gleichauf mit der SPD.
Tom Hanks schwärmte von Eisenhüttenstadt - „Iron-Hut-City“
Das Feuerwehrmuseum ist bis auf den letzten Platz besetzt. Keine zehn Minuten vergehen, da geht es schon um Tom Hanks und Iron-Hut-City. Dietmar Woidke erzählt die Geschichte noch einmal. Vor ein paar Jahren sei der Schauspieler in die Stadt gekommen, er fuhr mit einem Trabbi durch die Straßen, danach schwärmte er von Eisenhüttenstadt in einer amerikanischen Talkshow. Er sprach von „Iron-Hut-City“. „So einen Botschafter hat nicht jede Stadt“, ruft der Ministerpräsident.
Neben ihm steht der Bürgermeister, sein Gesicht zerbricht fast. Immer wieder wird er auf den Besuch des Hollywood-Schauspielers angesprochen, als wäre Tom Hanks der wichtigste Bürger der Stadt. Dabei war er nur zweimal kurz da. „Das war vor meiner Zeit“, sagt Balzer.
Der Frust in Eisenhüttenstadt ist alt
Die ersten Bürger melden sich. Es geht um einen großen Windpark, der im nahen Schlaubetal geplant ist, den Mangel an Fachärzten und die schlechte Verkehrsanbindung. Ein junger Mann erzählt, er pendele jeden Tag nach Berlin, das habe er bisher in Kauf genommen, weil sein Dorf so idyllisch sei. Wenn dort Windräder errichtet würden, sei das vorbei.
„In Bayern gibt es viel strengere Regeln bei der Errichtung von Windrädern. Sind wir hier schlechter als die Bayern?“, fragt eine Frau. „Was Verkehr, Bahn und Autobahn angeht, werden wir von den Metropolen immer weiter abgehängt. Da ist in 30 Jahren wenig passiert. Sie geben uns den Todesstoß.“
Die Stimmung wird misstrauisch, feindselig. Gleich geht es um das Ganze. Ich erinnere mich an einen Report, den ich gelesen habe, darin ging es um ein millionenschweres Forschungsprojekt, bei dem für mehrere Städte ein Leitbild 2030 entwickelt werden sollte, darunter Eisenhüttenstadt. In diesem Report ist von dem Misstrauen, der Resignation und der Verdrossenheit die Rede, die Politik und Verwaltungssystem entgegengebracht werde. „Die Einstellung ist, dass es für Eisenhüttenstadt sowieso keine konstruktiven Zukunftsaussichten gebe.“ Der Bericht stammt aus dem Jahr 2009. Der Frust ist alt.
Eisenhüttenstadt soll wieder lebenswerter werden
Auch der Bürgermeister fordert, dass die Züge häufiger fahren müssten, alle zwanzig Minuten. Woidke verteidigt sich, konkrete Versprechen macht er nicht, seine Verkehrsministerin Kathrin Schneider wiegelt ab.
Ich fahre zurück nach Hause, nach Berlin. Die Straßen sind leer, ich fahre am Werk vorbei, im Dunkeln liegen die Schornsteine und Anlagen wie schlafende Dinosaurier.
Ein paar Tage später. Der Bürgermeister am Telefon verbreitet gute Laune: Wenn ich zurückwolle, könne er mir sofort einen Kita-Platz besorgen. Er habe erst kürzlich drei Lebensläufe von möglichen Rückkehrern weitergeleitet. Die Leute waren Anfang 50, wollen zurück, um ihre Eltern zu pflegen. Da sieht er Potenzial. In der Wirtschaftsverwaltung gibt es zwei Mitarbeiter, die sich auch um Rückkehrwillige kümmern, eine Extra-Stelle, die aktiv wirbt, hat Eisenhüttenstadt aber nicht.
Er könne das Gerede vom Niedergang nicht mehr hören, sagt Balzer. Die Stadt werde vielleicht etwas weiter schrumpfen, aber sie werde eine lebenswerte Stadt bleiben, „vielleicht sogar noch lebenswerter“ werden. Neulich sei Besuch aus Schleswig-Holstein da gewesen, der habe gestaunt, wie gut hier die Luft sei. Er sieht weitere positive Signale. Die Steuereinnahmen steigen, zum ersten Mal seit 22 Jahren braucht die Stadt kein Sparkonzept.
Bürgermeister von Eisenhüttenstadt Balzer lud Harley-Davidson ein - keine Antwort
Seine Strategie zum Umgang mit der AfD besteht darin, die AfD und ihre Themen zu ignorieren. Macht ihm die Stärke der Partei Sorgen? „Ich versuche mit allen konstruktiv zusammenzuarbeiten, die sich an die demokratischen Spielregeln halten.“
Die große Idee für Eisenhüttenstadt hat Balzer auch nicht, aber viele kleine. Er plant eine Imagekampagne zum 70. Geburtstag. Und eine Eisenhüttenstadt-App, die über Kultur- und Freizeitangebote informiert. Er reist in Westdeutschland herum, wirbt für die Stadt auf Industriemessen. Neulich traf er sich mit dem Investor des Hotel Lunik. Das einstige Vorzeigehaus verfällt.
Als im vergangenen Jahr der amerikanische Motorradhersteller Harley-Davidson wegen des Zollstreits verkündete, mehr im Ausland produzieren zu wollen, schrieb Balzer einen Brief und lud nach Eisenhüttenstadt ein. Harley-Davidson hat nie geantwortet.
Ein paar Tage später lädt mich der Sprecher des Bürgermeisters zum Sommerfest der Stadt im August ein. Vielleicht fahre ich hin. Noch einmal meine Schule sehen.
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