Unbekannte haben in der Nacht zu Montag mehrere Schüsse auf ein Geschäft in Steglitz abgegeben. Wie die Berliner Polizei am Montagmorgen auf der Plattform X mitteilte, fanden die eingetroffenen Einsatzkräfte vor Ort zudem einen nicht umgesetzten, selbstgebauten Sprengsatz.
Fotos vom Tatort zeigen, dass es sich bei dem Geschäft um den Friseursalon „Cutaleya“ des Rappers Samra handelt. Der Rapper wurde in Steglitz geboren. Bereits im Jahr 2022 fielen Schüsse vor dem Salon. Damals sollen sich 30 bis 50 Maskierte vor dem Geschäft versammelt und randaliert haben.
Rapper rufen zum geheimnisvollen Treffen in Berlin auf
Immer mehr Schüsse fallen in Berlin
Am Sonntag hatten mehrere deutsche Rapper, darunter auch Samra, zu einem spontanen Konzert am Oranienplatz in Kreuzerg auf. Rund 1110 Menschen kamen zusammen.
Die Kriminaltechnik war vor Ort und untersuchte den Gegenstand. Verletzt wurde niemand. Die Osdorfer Straße war während der polizeilichen Maßnahmen zwischenzeitlich in beiden Richtungen gesperrt. Die BAO Ferrum ermittelt, insbesondere zu den Hintergründen.
Die Schusswaffengewalt in Berlin hat sich in den vergangenen Jahren drastisch verschärft. Mehr als 600 Ermittlungsverfahren hat die Sondereinheit „Ferrum“ (lateinisch für „Eisen“) beim Landeskriminalamt (LKA) rund neun Monate nach Gründung eingeleitet (Stand 13. August).
Brutales Berlin: Clankrieg mit Brandsatz, Schüsse auf Lokal – und die zweite Handgranatenexplosion
Schüsse in Neukölln: Bar in der Hermannstraße getroffen
Bei der Staatsanwaltschaft ist die Ermittlungsgruppe „Telum“ (lateinisch für „Angriffswaffe“) für die Verfahren zuständig. Sie wurde in Reaktion auf „Ferrum“ eingerichtet, um die Bekämpfung der Organisierten Kriminalität (OK) zu verstärken. Die beiden Einheiten arbeiten eng zusammen.
Der Sprecher der Gewerkschaft der Polizei Berlin, Benjamin Jendro sagte am Montag: „Es ist jetzt kein Geheimnis, dass das Rapbusiness auch für Protagonisten aus der Organisierten Kriminalität interessant ist und hier mitunter Kontakte gepflegt werden. Losgelöst davon, ob der Laden einem Rapper gehört oder nicht, sehen wir in der letzten Nacht einen weiteren Beleg für die besorgniserregende Entwicklung, dass zur Konfliktlösung oder Durchsetzung eigener Interessen zunehmen zu Schusswaffen und längst sogar zu Brand- und Sprengsätzen gegriffen wird.“
Ihre Meinung ist uns wichtig. Senden Sie uns Ihr Feedback zu diesem Artikel an: [email protected]