Es ist diese kurze, unentschlossene Phase Ende August: Sandalen und Flip-Flops fühlen sich schon falsch an, für Winterstiefel ist es noch zu früh. Wer in diesem Moment in den Schuhschrank greift, landet meistens beim Sneaker – der Übergangsjacke der Fußbekleidung.
Doch im Herbst 2026 gibt es eine bessere und vor allem stilvollere Antwort: Mary-Janes sind der Schuhtrend der Saison – ihre Vielseitigkeit macht sie zum idealen Begleiter für zahlreiche Outfits. Elegant genug für einen Restaurantbesuch, gemütlich genug für den Sonntagsspaziergang.
Prada holte für die Frühjahr/Sommer-Kollektion 2025 seine Mary-Janes aus der Herbst-Kollektion 2012 zurück auf den Laufsteg.
© Prada
Vom Kinder-Comic in den Schuhschrank
Bevor der Schuh ein Modestatement wurde, war er eine Zeichentrickfigur. Mary Jane ist eigentlich eine Figur aus dem US-amerikanischen Comic „Buster Brown“. Die von Richard F. Outcault kreierte Bildgeschichte wurde im Jahr 1902 erstmals veröffentlicht.
Auf der Weltausstellung in St. Louis zwei Jahre später traf ein Angestellter der Brown Shoe Company auf Outcault und erwarb eine Lizenz für die Namen der Comiccharaktere – der Beginn des Mary-Jane-Schuhs.
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Neuer Schuhtrend: Diese Tanzschuhe ersetzen im Herbst den Sneaker
Was als Kinderschuh begann, überzeugte schnell auch Erwachsene aus ganz praktischen Gründen. In den 20ern trug man sie zum Tanzen, kunstvoll verziert, in seidenem Satin, handbemalt in Rot, Blau oder Gold. Der Riemen über dem Spann sorgt für zusätzlichen Halt: Beim Charleston auf engem Tanzparkett war das kein unwichtiges Detail.
In den 60ern wurde der Schuh endgültig modisch geadelt, als Modedesignerin Mary Quant das Model Twiggy in schwarze Mary Janes steckte und damit den Lolita-Look auf den Laufsteg brachte.
Twiggy, das Gesicht der Swinging Sixties, trug Mary-Janes zu Minikleidern und machte den Schuh zum Symbol einer ganzen Generation.
© IMAGO/UPI
Der Riemen, der alles zusammenhält
Was den Schuh ausmacht, ist vor allem sein Erkennungszeichen: der Riemen über dem Spann, der ihm seinen verspielten und gleichzeitig eleganten Look verleiht. Ob aus glänzendem Lackleder, weichem Velours oder in klassischen Schwarz- und Brauntönen – Mary-Janes wirken immer etwas femininer als Sneaker, ohne dabei an Alltagstauglichkeit einzubüßen. Genau das macht sie zum perfekten Schuh für die Übergangszeit.
Anfänglich noch mit flacher Sohle und Absätzen – es waren ja immerhin Kinderschuhe – wurden die Absätze im Laufe der Jahre immer höher. Heute gibt es die Mary-Jane in mehr Varianten denn je: mit Blockabsatz, flach, mehrfarbig, mit mehreren Riemen, lackiert oder mit Glitzer bis hin zu experimentellen Designs. Der Charme liegt dabei immer noch im gleichen Detail wie 1902 – dem Riemen, der alles zusammenhält.
Marc Jacobs leitete mit seiner Herbst/Winter-Kollektion für 2020 das Comeback der Mary-Janes früh ein.
© IMAGO/Digital Catwalk / Avalon
So trägt man Mary-Janes im Herbst 2026
Auf dem Laufsteg, etwa bei Marc Jacobs, sind Mary-Janes mit Socken oder Strumpfhosen angesagt und machen das Schuhwerk umso herbsttauglicher. Ob in Kontrastfarben oder mit Spitzenverzierungen – diese Kombination verleiht dem Outfit eine individuelle Note.
Für einen professionellen Auftritt lassen sich Mary-Janes mit einer Stoffhose und einem Blazer kombinieren – besonders Modelle mit kleinem Blockabsatz bieten Eleganz und Komfort zugleich und sind ideal für lange Arbeitstage. Neben klassischen Modellen in Schwarz oder Nude sorgen Varianten mit spitzen Kappen, Metallic-Finish oder zarten Riemchen für frische Akzente.
Besonders beliebt sind Ballerinas im Mary-Jane-Stil, die jedem Look eine verspielte Note verleihen. Sie gehen nahtlos über die Saisons – im Sommer ohne Socken, im Winter mit Wollsocken. Genau diese Wandelbarkeit macht den Mary-Jane zum Liebling für die Übergangszeit und lässt Sneaker ziemlich alt aussehen.
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