China

Schweres Erdbeben in Tibet: 16 Tote, Tausende in Notunterkünften

Ein Beben der Stärke 7,0 erschüttert das Hochland Nordtibets. Mehr als 12.000 Menschen wurden in Sicherheit gebracht, Schneefall und eisige Kälte erschweren die Rettung.

Peter Steiniger
Peter Steiniger
2 Min
Feuerwehrleute inspizieren ein vom Erdbeben betroffenes Dorf im Kreis Baqen der Stadt Nagqu in der Autonomen Region Xizang im Südwesten Chinas.

Feuerwehrleute inspizieren ein vom Erdbeben betroffenes Dorf im Kreis Baqen der Stadt Nagqu in der Autonomen Region Xizang im Südwesten Chinas.

© Xinhua/dpa

Die Zahl der Verletzten nach dem schweren Erdbeben im Südwesten Chinas ist am Freitag auf 65 gestiegen. Nach dem bisherigen Stand kamen 16 Menschen ums Leben, wie der Katastrophenschutz der Stadt Nagqu laut der staatlichen Nachrichtenagentur Xinhua mitteilte. Mehr als 12.000 Personen seien in Notunterkünften untergebracht worden.

Das Beben hatte sich am Donnerstagabend um 22.33 Uhr Ortszeit im Kreis Baqen in der Autonomen Region Tibet ereignet. Nach Angaben der chinesischen Erdbebenwarte hatte es eine Stärke von 7,0 auf der Richterskala. Das Nationale Erdbebenzentrum der Volksrepublik registrierte nach eigenen Angaben 413 Nachbeben. Laut der dpa war es das stärkste Erdbeben in China seit Januar 2024.

Die Wohnhäuser von mehr als 330 Familien seien eingestürzt oder beschädigt worden, meldete Xinhua. In das Katastrophengebiet wurden demnach 1000 Fertighäuser, mehr als 3200 Zelte und über 2800 Feldbetten sowie Decken, Öfen und Kleidung gebracht. Polizei und Feuerwehr mobilisierten Hunderte zusätzliche Einsatzkräfte. Chinas Präsident Xi Jinping habe angeordnet an, alle Kräfte für die Suche nach Vermissten und die Rettung von Überlebenden einzusetzen.

Kälte und Schneefall erschweren Hilfe

Die Rettungsarbeiten werden durch die Lage im Hochgebirge erschwert. Das Gebiet um das Epizentrum liegt im Schnitt auf mehr als 4800 Metern Höhe, rund 180 Kilometer von der Stadt Nagqu und etwa 400 Kilometer von Tibets Hauptstadt Lhasa entfernt. Für die kommenden drei Tage erwarten die örtlichen Wetterbehörden Temperaturen bis minus neun Grad, am Samstag werden in dem betroffenen Gebiet Schneefälle erwartet.

Nach Berichten der Nachrichtenagentur AP waren Telefon- und Datenverbindungen dort unterbrochen. Der Zugverkehr durch die Region wurde vorübergehend eingestellt und am Freitagmorgen eingeschränkt wieder aufgenommen. Wegen Felsstürzen sperrten die Behörden einen Abschnitt der Nationalstraße 317 für den regulären Verkehr.

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Tibet war erst Ende August von einer schweren Sturzflut im Südwesten der Region getroffen worden, bei der auf beiden Seiten der Grenze zu Nepal nach Angaben der dpa rund 1450 Menschen ums Leben kamen.

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