Ukraine-Krieg

Angriffe auf Energieanlagen: Selenskyj wirbt für Teilwaffenruhe mit Moskau

Kiew rechnet nach Geheimdienstinformationen mit einer massiven russischen Attacke. Großbritannien kündigt weitere Hilfe für die ukrainische Energieinfrastruktur an.

Peter Steiniger
Peter Steiniger
3 Min
Der britische Premierminister Andy Burnham (l.) trifft sich am Rande der Generalversammlung der Vereinten Nationen mit dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj.

Der britische Premierminister Andy Burnham (l.) trifft sich am Rande der Generalversammlung der Vereinten Nationen mit dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj.

© Toby Melville/AP

Die Ukraine bereitet sich nach Angaben von Präsident Wolodymyr Selenskyj auf einen neuen massiven russischen Luftangriff vor. Der ukrainische Geheimdienst verfüge über entsprechende Informationen, teilte Selenskyj am Dienstagabend (Ortszeit) nach einem Treffen mit dem britischen Premierminister Andy Burnham am Rande der UN-Generalversammlung in New York mit. Nähere Angaben zu Ziel, Zeitpunkt oder Umfang der erwarteten Attacke machte er nicht.

Bei dem Gespräch sei es um Sicherheit, den Schutz der Bevölkerung und die Vorbereitung auf den Winter gegangen, heißt es auf der Website des ukrainischen Präsidialamts. Selenskyj dankte London für einen neuen Beitrag zur ukrainischen Energieversorgung und für die Lieferung von Marschflugkörpern des Typs Storm Shadow. Burnham kündigte laut Präsidialamt weitere Unterstützung für die Energieinfrastruktur an.

Beide Politiker sprachen sich zudem gegen eine Lockerung westlicher Sanktionen gegen Russland aus, solange der Krieg andauere. Der französische Präsident Emmanuel Macron sagte laut AP zusätzliche Radarsysteme für die Ukraine zu.

Wechselseitige Angriffe auf Infrastruktur

Der Warnung vorausgegangen war eine erneute gegenseitige Angriffswelle. Russische Raketen und Drohnen trafen nach Angaben ukrainischer Behörden in der Nacht zum Dienstag mindestens vier Regionen. Die ukrainische Luftwaffe sprach von über 200 Drohnen sowie ballistischen Raketen, Marschflugkörpern und Antischiffsraketen.

Ukrainische Spezialkräfte griffen ihrerseits nach Angaben Selenskyjs in derselben Nacht zwei russische Ölraffinerien an, darunter die Anlage in Kuibyschew in der Region Samara.

Gespräche über Kriegsende und Teilwaffenruhe

Bei einem Treffen mit US-Präsident Donald Trump am Rande der UN-Vollversammlung in New York äußerte Selenskyj die Erwartung, Washington könne zur Beendigung des Krieges beitragen. Er hoffe, dass der Krieg beendet werde und Trump dabei helfe, sagte Selenskyj laut der Nachrichtenagentur AP.

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Trump erklärte, er glaube, dass es zu einer Einigung kommen werde. Ob Selenskyj, Trump und der russische Präsident Wladimir Putin bei dem G20-Treffen im Dezember in Florida zusammenkommen könnten, ließ Trump laut AP offen.

Die Ukraine sei bereit, Angriffe auf russische Energieinfrastruktur einzustellen, falls Moskau dasselbe zusage, sagte Selenskyj. Aus Russland gebe es dafür bislang keine Signale. Trump hatte Kiew zuvor aufgefordert, die Angriffe auf russische Raffinerien zu beenden, da diese zu einem Anstieg der Dieselpreise beitrügen.

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