Außenpolitik

Selenskyj plant Umbau der ukrainischen Diplomatie

Angesichts leerer Bestände an Patriot-Abfangraketen und anhaltender russischer Angriffe will Kiew seine diplomatischen Bemühungen neu ordnen. Zugesagte Hilfen sollen künftig schneller ankommen.

2 Min
Präsident Wolodymyr Selenskyj hat Veränderungen im diplomatischen Bereich angekündigt.

Präsident Wolodymyr Selenskyj hat Veränderungen im diplomatischen Bereich angekündigt.

© Andrew Kravchenko/AP

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat Veränderungen in der Diplomatie seines Landes angekündigt, um die Umsetzung von Vereinbarungen mit Partnerstaaten über Waffenlieferungen zu beschleunigen. „Ich bereite Veränderungen in unseren diplomatischen Bemühungen vor“, sagte Selenskyj in seiner abendlichen Videoansprache am Freitag laut der ukrainischen Präsidialkanzlei. Es brauche „eine neue Qualität der Zusammenarbeit mit den Partnern der Ukraine“.

Vereinbarungen, die auf Ebene der Staats- und Regierungschefs getroffen worden seien, müssten „viel schneller und vollständig umgesetzt werden“, sagte Selenskyj weiter. Es dürfe nicht Wochen dauern, ein angekündigtes Hilfspaket auch auszuliefern. Welche Personen oder Posten von dem angekündigten Umbau betroffen sein sollen, ließ der Präsident offen.

Leere Bestände bei Patriot-Munition

Hintergrund der Ankündigung ist nach Angaben des Nachrichtenportals Kyiv Independent der Mangel an Abfangraketen für die US-amerikanischen Patriot-Systeme. Diese gelten als das einzige System im ukrainischen Bestand, das russische ballistische Raketen abfangen kann.

Bei einem russischen Großangriff auf Kiew und die umliegende Region am 6. Juli konnte die ukrainische Flugabwehr laut dem Portal keine der 23 ballistischen und sechs Hyperschallraketen abfangen. Mindestens 26 Menschen wurden getötet. Bei einem weiteren Angriff in der Nacht zum 11. Juli wurden nach Angaben ukrainischer Stellen zwölf Menschen verletzt.

Lizenz für Patriot-Produktion im Blick

Selenskyj nannte konkret die Vereinbarung mit den USA über Lizenzen zur Produktion von Patriot-Raketen sowie die Zusammenarbeit mit europäischen Partnern beim Aufbau eigener ballistischer Abwehrsysteme. US-Präsident Donald Trump hatte am 8. Juli am Rande des Nato-Gipfels in Ankara zugesagt, der Ukraine eine Produktionslizenz für die Abfangraketen zu erteilen. „Wir werden euch eine Lizenz geben“, sagte Trump an der Seite Selenskyjs.

Open Source

Open Source

Sie haben etwas zu sagen? Senden Sie uns Ihren Text! 

Einreichen
Open Door

Open Door

Sie möchten ein Thema vorschlagen? Senden Sie uns Ihren Vorschlag!

Vorschlagen

Zudem verwies der Präsident auf die beim Nato-Gipfel zugesagten Militärhilfen. Die Verbündeten hatten Kiew für das Jahr 2026 Ausrüstung, Unterstützung und Ausbildung im Wert von rund 70 Milliarden Euro in Aussicht gestellt.

Send feedback

Ihre Meinung ist uns wichtig. Senden Sie uns Ihr Feedback zu diesem Artikel an: [email protected]

Lesen Sie mehr zum Thema
weltbune Banner