Kiew hat nach Angaben von Präsident Wolodymyr Selenskyj zwei im Ukraine-Krieg gefangene nordkoreanische Soldaten nach Südkorea überstellt. „Kürzlich haben wir zwei nordkoreanische Kriegsgefangene an die Republik Korea übergeben“, sagte Selenskyj am Mittwoch in seiner Rede vor der UN-Generalversammlung in New York, wie Reuters berichtet.
„Diese Kerle sind nicht leicht lebend zu fangen“, sagte er. Einer der beiden habe versucht, sich das Leben zu nehmen, als er erkannt habe, dass er gefangen genommen werde. Beide Soldaten hätten sich zuvor für eine Übersiedlung nach Südkorea ausgesprochen, berichtete die südkoreanische Nachrichtenagentur Yonhap.
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Was sagt das südkoreanische Außenministerium?
Das südkoreanische Außenministerium erklärte Yonhap zufolge, es könne Einzelheiten zu den beiden Soldaten nicht bestätigen. Seoul habe jedoch mit der Ukraine und anderen Ländern und Organisationen Gespräche geführt. Dabei solle der „freie Wille“ der beiden Männer berücksichtigt und die Angelegenheit im Einklang mit internationalem Recht und humanitären Grundsätzen gelöst werden. Wegen der Sicherheit der Soldaten könnten konkrete Einzelheiten der Gespräche nicht bestätigt werden.
Der südkoreanische Abgeordnete Yu Yong-weon sagte laut Yonhap dagegen, die beiden Männer seien bereits vor drei bis vier Tagen über ein Drittland nach Südkorea gelangt. Demnach hätten sich Seoul und Kiew bereits etwa im Juni auf die Überstellung verständigt. Die Angaben können nicht unabhängig überprüft werden.
Selenskyj kritisiert Entsendung von nordkoreanischen Soldaten
Die beiden Nordkoreaner waren laut Yonhap im Januar 2025 gefangen genommen worden. Nach Angaben von Reuters waren es die ersten nordkoreanischen Soldaten, die seit dem Beginn des nordkoreanischen Einsatzes im Krieg 2024 lebend gefasst wurden. Nach ukrainischen und südkoreanischen Schätzungen entsandte Nordkorea seit 2024 rund 14.000 bis 15.000 Soldaten nach Russland, wie Reuters berichtet. Ein Großteil wurde demnach in der Region Kursk eingesetzt.
Reuters berichtete, nach ukrainischen und unabhängigen Einschätzungen habe Nordkorea unter anderem zudem Millionen von Artillerie- und Mörsergranaten, ballistischen Raketen und Langstreckenartillerie an Russland geliefert. Selenskyj kritisierte Nordkorea für die Entsendung von Soldaten nach Russland. „Das ist auch Wahnsinn. Warum sollten Koreaner ihr Leben in einem Krieg gegen die Ukraine opfern? Kim Jong-un benutzt sie wie eine Währung. Und er bekommt etwas im Gegenzug“, sagte er demnach.
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