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Erstes Treffen nach dem Eklat: Selenskyj und US-Vize Vance auf Annäherungskurs

Nach ihrem Wortgefecht im Weißen Haus treffen der ukrainische Präsident und der US-Vize J.D. Vance im Vatikan erstmals aufeinander. Selenskyj ergreift die Initiative – und sorgt online für Aufsehen.

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Vatikanstadt: Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj (l.) und US-Vizepräsident J.D. Vance geben sich auf dem Petersplatz die Hand.

Vatikanstadt: Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj (l.) und US-Vizepräsident J.D. Vance geben sich auf dem Petersplatz die Hand.

© Gregorio Borgia/dpa

US-Vizepräsident J.D. Vance und der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj haben sich am Sonntag zum ersten Mal seit dem Eklat im Weißen Haus wieder getroffen. Selenskyj ging vor der Zeremonie zur Inthronisierung von Papst Leo XIV. im Vatikan gezielt und selbstbewusst auf Vance zu und reichte ihm die Hand. Lächelnd schüttelten sich beide die Hände. Videos von dem Moment erregten in den sozialen Netzwerken die Aufmerksamkeit der Internetnutzer.

Kurz darauf nahm der ukrainische Präsident neben EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen Platz – ganz in der Nähe von Vance.

Vance und Selenskyj hatten sich zuletzt im Februar im Weißen Haus getroffen. Dabei gerieten sie vor laufenden Kameras derart heftig aneinander, dass der Streit als einer der schlimmsten diplomatischen Zwischenfälle der jüngeren Geschichte bezeichnet wurde. Vance, der mit einigen Aussagen den Eklat anstieß, fragte den ukrainischen Präsidenten unter anderem, ob er sich „jemals bedankt“ habe für die Milliarden Dollar an Hilfsgeldern, die die USA dem kriegszerrütteten Land seit Russlands Angriff im Jahr 2022 zukommen ließen. Das Gespräch gipfelte in einem Wortgefecht, in dem US-Präsident Donald Trump und Vance Selenskyj fehlende Dankbarkeit und Respektlosigkeit vorwarfen.

Etwa zwei Monate später machte Trump den ukrainischen Präsidenten für die gescheiterten Friedensverhandlungen mit Russland verantwortlich. Er warf Selenskyj Prahlerei in den Medien vor, die das Töten auf dem Schlachtfeld nur verlängern würde. Bei der Trauerfeier für Papst Franziskus im Vatikan trafen sich beide dann im Petersdom zu einem Gespräch. Die Bilder, als sich beide auf einfachen Stühlen gegenübersaßen, gingen um die Welt.

Europäer wollen sich vor Putin-Gespräch mit Trump abstimmen

Wie am Samstag bekannt wurde, wollen Trump und Kremlchef Wladimir Putin am Montag telefonieren. Vor dem Gespräch wollen sich Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU), der französische Präsident Emmanuel Macron und der britische Premierminister Keir Starmer mit dem US-Präsidenten abstimmen. Für Sonntagabend sei ein Gespräch der drei Europäer mit dem US-Präsidenten angefragt, hieß es in deutschen Regierungskreisen.

Merz sprach am Rande der Amtseinführung des neuen Papstes Leo XIV. im Petersdom auch mit US-Außenminister Marco Rubio und Selenskyj über die Bemühungen, den russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine zu beenden. Ein Treffen mit Vance kam nicht zustande.

Merz, Macron und Starmer haben in den vergangenen Tagen bereits zweimal gemeinsam mit Trump telefoniert, um sich in der Ukraine-Diplomatie abzustimmen. Beide Male war außerdem Polens Ministerpräsident Donald Tusk dabei, der aber diesmal verhindert ist, wie es hieß.

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