Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat vor einem bevorstehenden schweren russischen Luftangriff gewarnt. Es gebe neue Geheimdienstinformationen über entsprechende Vorbereitungen Russlands, erklärte Selenskyj am Dienstag auf der Plattform X nach einer Krisenrunde mit Regierung, Militär und Sicherheitsbehörden. Die Ukraine bereite Gegenmaßnahmen vor.
Angaben zu Zeitpunkt, Umfang oder möglichen Zielen des Angriffs machte Selenskyj nicht. In seiner abendlichen Videoansprache sagte er laut der Nachrichtenagentur Reuters, die ukrainischen Sicherheitsbehörden und die Luftwaffe seien bereit zu reagieren, soweit es die vorhandenen Mittel zuließen.
Abwehr hängt an westlichen Lieferungen
Wie wirksam die Verteidigung sein könne, hänge wesentlich von den westlichen Partnern ab, sagte Selenskyj der Nachrichtenagentur Reuters zufolge. Entscheidend sei, welche Waffen die Verbündeten der Ukraine liefern könnten. Dafür brauche es den politischen Willen, vor allem in den USA und in Europa.
Als größtes Problem nannte der Präsident auf X die Abwehr ballistischer Raketen. Nachschub an passender Munition sei nur über die Partner möglich. Zugleich beschaffe die Ukraine Munition für Kampfjets vom Typ F-16 sowie weitere Abfangsysteme und Abfangraketen. Verteidigungsminister und Luftwaffenchef hätten über die Aufstellung der Flugabwehr und den Schutz wichtiger Einrichtungen berichtet.
Angriffe auf beiden Seiten dauern an
Selenskyj verwies zudem auf zusätzliche Vorkehrungen für die Versorgungswege, nachdem Russland verstärkt die ukrainische Logistik ins Visier genommen habe.
Die Nachrichtenagentur AP berichtet unter Berufung auf den ukrainischen Außenminister Andrij Sybiha, Russland halte rund 600 ballistische Raketen in Reserve und könne monatlich bis zu 140 produzieren. Fehle Munition für die US-Flugabwehr vom Typ Patriot, sei die Ukraine ballistischen Angriffen weitgehend schutzlos ausgesetzt.
Die Luftangriffe gehen auf beiden Seiten weiter. Nach Angaben des russischen Verteidigungsministeriums, die AP wiedergibt, fing die russische Flugabwehr in der Nacht zum Dienstag knapp 900 ukrainische Drohnen über mehreren Regionen sowie über der Halbinsel Krim und dem Asowschen Meer ab.
Unbestätigten Medienberichten zufolge brannte danach ein großes Treibstofflager im Großraum Moskau, zwei Menschen seien ums Leben gekommen. Russland griff demnach seinerseits Krankenhäuser in Kramatorsk und Krywyj Rih sowie Ziele im südukrainischen Gebiet Odessa an.
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