Rezept

Senfeier wie in der DDR: Warum der Senf erst zum Schluss in die Soße darf

Senfeier Rezept wie in der DDR: Eier in Senfsoße mit Kartoffeln in 30 Minuten. Wann der Senf in die Soße gehört und welcher Senf am besten passt.

4 Min
Eier in Senfsoße mit Kartoffeln: ein Klassiker der DDR-Schulküche, fertig in rund 30 Minuten.

Eier in Senfsoße mit Kartoffeln: ein Klassiker der DDR-Schulküche, fertig in rund 30 Minuten.

© Imago/Petra Albers

Senfeier sind das Abendessen für Tage, an denen der Kühlschrank fast leer ist. Wer Eier und Kartoffeln im Haus hat, braucht nur noch ein Glas Senf.

In der DDR standen sie in Schulküchen und Kantinen regelmäßig auf dem Plan. Der Berliner Kurier, die Schwesterzeitung der Berliner Zeitung, hat sich das Rezept von der Küchenchefin eines Ferienlagers an der Ostsee erklären lassen.

Zu Hause schmeckt die Soße trotzdem oft flach. Häufig liegt das daran, dass der Senf zu früh in den Topf kommt.

Der Senf-Trick: erst zum Schluss einrühren

Die Schärfe im Senf stammt aus ätherischen Ölen, und die sind hitzeempfindlich. Wird Senf zu stark erhitzt, verliert er seine Schärfe. Zurück bleibt eine Soße, die nach Mehl schmeckt.

Deshalb kocht die Mehlschwitze erst fertig. Danach kommt der Topf vom Herd, und jetzt wird der Senf eingerührt.

Senfeier: Das Rezept auf einen Blick

  • Zeit: rund 30 Minuten
  • Schwierigkeit: leicht
  • Portionen: 4
  • Kosten: günstig, fast alles aus dem Vorrat

Zutaten für 4 Personen

  • 1 kg festkochende Kartoffeln
  • 8 Eier (Größe M)
  • 40 g Butter
  • 40 g Mehl (Type 405)
  • 400 ml Gemüsebrühe
  • 200 ml Milch (oder weitere 200 ml Brühe)
  • 4 EL mittelscharfer Senf
  • 1 TL Zucker
  • 1 Spritzer Essig oder Zitronensaft
  • Salz, Pfeffer
  • Petersilie oder Schnittlauch

Zubereitung Schritt für Schritt

1. Kartoffeln zuerst aufsetzen. Kartoffeln schälen, halbieren und in Salzwasser etwa 20 Minuten garen. Sie brauchen am längsten, deshalb starten sie als Erstes.

2. Eier kochen. Die Eier in kochendes Wasser legen und 9 Minuten kochen. Sofort kalt abschrecken, pellen und halbieren.

3. Mehlschwitze ansetzen. Butter in einem Topf schmelzen, Mehl einrühren und unter Rühren etwa eine Minute anschwitzen. Die Mehlschwitze soll hell bleiben.

4. Flüssigkeit langsam angießen. Brühe und Milch nach und nach mit dem Schneebesen einrühren. Kalte Flüssigkeit in die heiße Mehlschwitze verhindert Klümpchen.

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5. Soße köcheln lassen. Etwa 5 Minuten leise köcheln lassen, damit der Mehlgeschmack verschwindet. Gelegentlich rühren.

6. Jetzt kommt der Senf. Topf vom Herd nehmen. Senf, Zucker und Essig einrühren, mit Salz und Pfeffer abschmecken.

7. Eier in die Soße. Die Eierhälften in die heiße Soße legen und zwei Minuten ziehen lassen. Mit Kartoffeln und frischen Kräutern servieren.

Senfeier ohne grünen Rand

Der grau-grüne Ring um das Eigelb entsteht, wenn Eier zu lange kochen. Er ist harmlos, sieht auf dem Teller aber wenig appetitlich aus. Neun Minuten und sofortiges Abschrecken reichen für ein festes, sattgelbes Eigelb.

Wer es cremiger mag, nimmt die Eier schon nach sieben Minuten heraus. Das Eigelb bleibt dann in der Mitte weich und verbindet sich auf dem Teller mit der Soße.

Welcher Senf passt zu Senfeiern?

Mittelscharfer Senf ist die klassische Wahl. Im Osten greifen viele bis heute zu Bautz’ner, die Marke gilt als Kultprodukt der DDR-Küche.

Scharfer Senf mit mehr brauner Senfsaat gibt mehr Biss, sollte aber sparsamer dosiert werden. Ein zusätzlicher Löffel körniger Senf bringt Struktur. Von süßem Senf ist abzuraten, er macht die Soße schnell klebrig.

Woher kommen Senfeier?

Aus Ostdeutschland stammt das Gericht übrigens gar nicht, wie die Berliner Zeitung in ihrem Überblick über die beliebtesten DDR-Speisen schreibt. Eier in Senfsoße waren in der deutschen Hausmannskost schon vorher verbreitet.

In der DDR wurden sie zum Dauerbrenner, weil die Zutaten fast immer zu bekommen waren. Für Kantinen und Schulküchen war das ideal.

Beilagen zu Senfeiern

Klassisch sind Salzkartoffeln, die man auf dem Teller in der Soße zerdrückt. Kartoffelbrei funktioniert genauso gut. Wer Gemüse dazu will, nimmt Erbsen und Möhren oder einen grünen Salat.

Reste lassen sich langsam und ohne Aufkochen wieder erwärmen. Den Senf dann am besten noch einmal frisch nachwürzen.

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