In vielen Ländern hat das neue Jahr bereits begonnen – und auch in Deutschland feierten Millionen weitgehend friedlich und ausgelassen. Doch schon am Silvesterabend kam es auch zu schweren Zwischenfällen. In, Brandenburg, Koblenz und Bayern sterben insgesamt drei Männer bei der Explosion von Feuerwerkskörpern, in Köln gab es wegen Anschlagsplänen erhöhte Sicherheitsvorkehrungen. Besonders in Berlin musste die Polizei zu zahlreichen Einsätzen ausrücken, die Einsatzkräfte hatten dem Jahreswechsel besonders angespannt entgegengeblickt.
Nach einem Terroralarm ist der Jahreswechsel am Kölner Dom unter hohen Sicherheitsmaßnahmen gefeiert worden. Dabei lief vorerst alles weitgehend ruhig ab. „Ein paar Böllerwerfer, einige Ingewahrsamnahmen, nichts Ungewöhnliches“, sagte ein Polizeisprecher gegen 1.30 Uhr. Auf der Domplatte und dem Bahnhofsvorplatz sei es weitgehend friedlich zugegangen.
Böllertod: 22-Jähriger stirbt in Sachsen durch Kugelbombe
Groß war die Sorge vor einem Zwischenfall. Ein Anschlag habe mit einem Auto verübt werden sollen, sagte der Kölner Polizeipräsident Johannes Hermanns. Es habe sich herausgestellt, dass der schon an Heiligabend in Gewahrsam genommene Tadschike Teil eines größeren Netzwerkes sei, das sich auch auf andere Bundesländer und andere europäische Staaten erstrecke.
Unter massivem Polizeischutz zelebrierte Kardinal Rainer Maria Woelki dann am Abend die gut besuchte Silvester-Messe. Rund um die Kathedrale blieb es nach Polizeiangaben am Abend zunächst ruhig. „Ich danke unseren Sicherheitskräften, die schon in den Tagen vor Weihnachten damit begonnen haben, diese Kathedrale zu schützen und auch uns zu schützen, damit wir Gottesdienst feiern können und das Grundrecht der freien Religionsausübung auch in unserem Land weiter gewährleistet bleibt“, sagte Woelki zu Beginn der Messe.
Silvester und Neujahr in Berlin – der Liveticker
18-Jährige sterben in Koblenz und Bayern durch Feuerwerk
In Bayern starb ein 18-Jähriger an Verletzungen wegen eines Böllers. Der junge Mann hatte nach bisherigen Informationen der Polizei in Eschlkam in der Oberpfalz einen Böller in ein Kunststoffrohr geworfen, um ihn darin explodieren zu lassen, wie ein Sprecher mitteilte. Als er mit dem Kopf über dem Rohr gewesen sei, sei der Böller explodiert und habe den 18-Jährigen im Kopfbereich verletzt. Auch im rheinland-pfälzischen Koblenz starb am Silvesterabend ein 18-Jähriger beim Zünden eines Böllers. Ein 40-Jähriger hatte bereits am Samstag in Berlin nach Polizeiangaben beim Zünden einer Signalrakete eine Hand verloren.
Ein 22-Jähriger ist am Silvesterabend im sächsischen Boxberg bei der Explosion einer illegalen pyrotechnischen Kugelbombe ums Leben gekommen. Wie die Polizei in Görlitz am Montag mitteilte, detonierte der Sprengkörper nach dem Entzünden der Zündschnur aus noch ungeklärter Ursache sofort. Der direkt daneben stehende Mann erlitt schwerste Verletzungen, an denen er vor Ort starb.
Nach Angaben der Polizei kaufte der Verstorbene die Kugelbombe nach ersten Erkenntnissen im Ausland und führte sie unerlaubt nach Deutschland ein. Ein 22-jähriger Bekannter des Mannes wurde bei der Explosion leicht verletzt. Freunde und Angehörige mussten nach den Geschehen von einem psychologisch geschulten Kriseninterventionsteam betreut werden. Die Polizei ermittelt.
„Silvestertypische Nacht“ in Leipzig: Polizei rückt mit Wasserwerfer an
Im linksalternativ geprägten Leipziger Stadtteil Connewitz seien Gegenstände auf eine Polizeiwache geworfen worden, sagte ein Polizeisprecher am Montagmorgen. Menschen seien dabei nicht verletzt worden. Etwa 3000 Menschen versammelten sich gegen Mitternacht auf einer Kreuzung, den Angaben nach entzündeten sie aus Pyrotechnik, Müll und Baustellabsperrungen vier Feuer. Die Polizei rückte mit Wasserwerfern an, um zu löschen. Der Polizeisprecher sprach von einer „silvestertypischen Nacht“.
Berlin am Morgen nach Silvester – die Bilanz lautet fast überall: „Deutlich friedlicher“
Silvester in Hamburg und Frankfurt: Zehntausende feiern mit Feuerwerk
Auch in Hamburg starteten Zehntausende mit großem Feuerwerk und Party ins neue Jahr 2024. Dicht gedrängt verfolgten die Menschen etwa an den Landungsbrücken das Silvester-Feuerwerk. Rund 8000 Besucherinnen und Besucher waren allein dorthin gekommen, wie ein Polizeisprecher um kurz nach Mitternacht sagte. An der Reeperbahn seien es 10.000 bis 15.000 Menschen, es strömten aber immer noch weitere nach.
Auch in der Frankfurter Innenstadt wurde gefeiert – nach Angaben der Polizei vorerst friedlich. Natürlich seien auch wieder Böller und Raketen in Menschenmengen abgefeuert worden, sagte ein Polizeisprecher am frühen Montagmorgen. Die Beamten seien dagegen konsequent vorgegangen.
Australien und Asien starten vor Deutschland das neue Jahr 2024
In weiten Teilen der Welt begann 2024 schon Stunden vor der deutschen Mitternacht. In Sydney erleuchtete vor der weltberühmten Kulisse von Harbour Bridge und Opernhaus um 14 Uhr MEZ eine Mega-Lichtershow den Himmel. Bis zum deutschen Abend war dann auch schon in Japan, Südkorea, Singapur, Taiwan, China, Indien und Dubai das Jahr 2024.
Eine Stunde nach Deutschland begrüßten die Menschen in London das neue Jahr – und dort gab es ein besonderes Jubiläum. Mit den Glockenschlägen von Big Ben und einem spektakulären Feuerwerk am Riesenrad London Eye läutete die britische Hauptstadt das Jahr ein. Vor 100 Jahren hatte die BBC erstmals das Glockengeläut des Uhrturms des Paralments live zum Jahreswechsel übertragen. Bis dahin war der typische Klang nur für die Menschen in der näheren Umgebung des Londoner Bezirks Westminster hörbar.
Insgesamt dauert es 26 Stunden, bis der ganze Globus ins neue Jahr gerutscht ist. Amerikanisch-Samoa, das nur 220 Kilometer östlich von Samoa auf der anderen Seite der Internationalen Datumsgrenze liegt, wird das letzte Land sein – zwölf Stunden nach Deutschland. Um 13 Uhr MEZ am 1. Januar folgen dann nur noch zwei unbewohnte Inseln.
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