Singapurs Umweltbehörde NEA hat am Montag einen zweijährigen Probebetrieb für Seebestattungen per Fähre angekündigt. Ab der zweiten Jahreshälfte 2027 sollen Hinterbliebene die Asche Verstorbener zu einem einheitlichen Preis von 50 Singapur-Dollar – umgerechnet rund 36 Euro – auf See beisetzen können. Das meldete die singapurische Tageszeitung Lianhe Zaobao unter Berufung auf die Behörde.
Wöchentliche Touren ab Pasir Panjang
Die Fahrten sollen einmal pro Woche vom Fährhafen Pasir Panjang starten und von einem Dienstleister im Auftrag der NEA durchgeführt werden. Nach Angaben der Behörde gegenüber Lianhe Zaobao können bis zu acht Familien eine Fähre gemeinsam nutzen, pro Familie sind höchstens sechs Angehörige zugelassen.
Bislang wird die Ascheverstreuung auf See von privaten Bestattungsunternehmen an einer festgelegten Stelle rund 3,2 Kilometer östlich des Leuchtturms Raffles angeboten.
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Mit dem Angebot reagiert die Behörde auf die steigende Nachfrage nach alternativen Bestattungsformen in einer alternden Gesellschaft. Der Stadtstaat an der Südspitze der Malaiischen Halbinsel zählt rund 6,2 Millionen Einwohner, überwiegend chinesischer, malaiischer und indischer Herkunft.
Singapur ist eines der wichtigsten Handels- und Finanzzentren Asiens, verfügt aber nur über wenig Fläche für Friedhöfe und andere Bestattungsanlagen. Die Zahl der Sterbefälle werde von rund 26.500 im Jahr 2025 auf etwa 40.000 im Jahr 2040 zunehmen, so die NEA. Etwa 82 Prozent der Verstorbenen werden eingeäschert.
Nachfrage nach Ascheverstreuung wächst
Der Anteil der Einäscherungen, bei denen die Asche an Land verstreut wird, stieg laut NEA von sieben Prozent im Jahr 2022 auf zwölf Prozent im Jahr 2025. Mit dem Krematorium Mandai North hat der Stadtstaat zudem im August 2025 eine neue Großanlage in Betrieb genommen.
Zu Seebestattungen liegen bislang keine Zahlen vor, wie das Umweltministerium am 7. Oktober in einer schriftlichen Antwort an das Parlament mitteilte. Nach einer Umfrage des Instituts für Politikstudien an der Nationaluniversität Singapur bevorzugen 42 Prozent der Befragten eine Ascheverstreuung – 27 Prozent auf See, 15 Prozent an Land.
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