USA-Grönland

Skepsis in Nuuk: Trumps Gesandter reist ohne Einladung nach Grönland

Trump hat seinen Sondergesandten Jeff Landry nach Grönland geschickt. Sein Besuch sorgt angesichts von Erinnerungen an die Übernahmepläne des US-Präsidenten auf der Insel für Unsicherheit.

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Trumps Sondergesandter für Grönland will bei seinem Besuch nach eigenen Angaben „so viele Freundschaften wie möglich“ schließen.

Trumps Sondergesandter für Grönland will bei seinem Besuch nach eigenen Angaben „so viele Freundschaften wie möglich“ schließen.

© IMAGO/BONNIE CASH

Der von US-Präsident Donald Trump ernannte Sondergesandte für Grönland, Jeff Landry, ist am Sonntag in der grönländischen Hauptstadt Nuuk eingetroffen. Das berichtet etwa der dänische öffentlich-rechtliche Rundfunk DR. Sein Besuch sorgt auf der Arktis-Insel sorgt dem Bericht zufolge für Unsicherheit.

Landry, Gouverneur des US-Bundesstaates Louisiana, wurde von Trump im vergangenen Jahr eingesetzt, um das Ziel einer Eingliederung Grönlands in die Vereinigten Staaten voranzutreiben. Sowohl die grönländische als auch die dänische Regierung haben dies wiederholt zurückgewiesen und betont, Grönland stehe nicht zum Verkauf. Landrys Ernennung hatte im Dezember für Empörung in Grönland und Dänemark gesorgt.

Gegenüber dem DR wies Landry am Flughafen Absichten einer Übernahme zurück. „Ich bin lediglich hier, um Beziehungen aufzubauen, zuzuhören, zu lernen und zu sehen, ob es Möglichkeiten gibt, die Beziehungen zwischen den USA, Grönland und Dänemark auszubauen“, sagte er. Er habe am Vorabend mit Trump gesprochen, der ihm aufgetragen habe, „so viele Freunde wie möglich zu gewinnen“.

Teilnahme an Wirtschaftskonferenz ohne Einladung

Landry will am 19. und 20. Mai an der Wirtschaftskonferenz „Future Greenland“ teilnehmen. Begleitet wird er vom US-Botschafter in Dänemark, Kenneth Howery. Eine offizielle Einladung des Veranstalters Greenland Business lag nach Angaben von DR nicht vor – sein Name sei plötzlich auf der Teilnehmerliste aufgetaucht. Die Veranstaltung sei jedoch für alle Interessenten offen, teilte die Organisation laut Reuters mit.

Die US-Botschaft in Kopenhagen erklärte vergangene Woche, Landry und Howery wollten mit einem breiten Spektrum von Grönländern sprechen, um wirtschaftliche Möglichkeiten auszuloten und das gegenseitige Verständnis zu stärken.

Skepsis in Nuuk

Grönlands Außenminister Múte Egede sagte dem DR, die Regierung verhalte sich „ruhig, aber aufmerksam“. Er verstehe die Verunsicherung in der Bevölkerung nach den Ereignissen des vergangenen Jahres. Regierungschef Jens-Frederik Nielsen, der ebenfalls auf der Konferenz sprechen soll, ließ offen, ob er Landry treffen werde. Bislang seien keine offiziellen Treffen mit grönländischen Politikern bestätigt, berichtete Reuters.

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Grönland, Dänemark und die USA hatten Anfang des Jahres diplomatische Gespräche zur Entschärfung des Konflikts aufgenommen. Ergebnisse stehen bislang aus. Nielsen erklärte laut Reuters vergangene Woche, eine verstärkte US-Militärpräsenz sei Teil der laufenden Verhandlungen mit Washington.

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