Aus Paramount Skydance und Warner Bros. Discovery wird Skydance. Der US-Filmkonzern hat die Übernahme von Warner abgeschlossen. Der neue Konzern wird seit Dienstag an der New Yorker Börse unter dem Kürzel „SKYD“ gehandelt, wie die Nachrichtenagentur Reuters berichtete.
Der Zusammenschluss hat laut dpa ein Volumen von rund 110 Milliarden US-Dollar und zählt damit zu den größten Fusionen in der Mediengeschichte. Beide Unternehmen vereinten bereits vor der jetzigen Übernahme große Film-, Fernseh- und Streaminggeschäfte unter einem Dach.
Zu Skydance gehören damit nun die Filmstudios Paramount und Warner Bros., die Nachrichtensender CBS und CNN sowie die Streamingdienste Paramount+ und HBO Max. Zum Portfolio gehören Filmreihen wie „Mission: Impossible“, „Top Gun“, „Harry Potter“ und „Batman“.
An der Spitze von Skydance steht der Filmproduzent David Ellison, Sohn des Oracle-Mitgründers Larry Ellison. Als Co-Vorstandschef für das operative Geschäft wurde der frühere Mattel-Chef Ynon Kreiz berufen.
Milliardenschulden und Sparkurs
Der neue Konzern startet mit einer Schuldenlast von rund 80 Milliarden Dollar. Ellison und Kreiz haben Anlegern Einsparungen von sechs Milliarden Dollar binnen drei Jahren angekündigt. Ein großer Teil davon soll laut Paramount nicht aus Personalabbau stammen, sondern etwa durch die Zusammenlegung der Streaming-Technik erreicht werden.
Branchenbeobachter rechnen dennoch mit Stellenstreichungen. Tausende Filmschaffende hatten in einem offenen Brief vor dem Verlust von Arbeitsplätzen und einer geringeren Vielfalt des Angebots gewarnt.
Zur Beilegung einer Klage mehrerer US-Bundesstaaten verpflichtete sich Paramount nach Angaben der dpa, in den ersten zwei Jahren mindestens 30 Kinofilme pro Jahr zu veröffentlichen, in den folgenden drei Jahren 32. Für jeden fehlenden Film soll eine Vertragsstrafe von 30 Millionen Dollar fällig werden. Zusätzlich kündigte Skydance 1,5 Milliarden Dollar an weiteren Produktionsausgaben in den USA an.
Sorge um Unabhängigkeit von CNN
Besondere Aufmerksamkeit richtet sich auf die Zukunft des Nachrichtensenders CNN, der häufig kritisch über US-Präsident Donald Trump berichtet. Ellison gilt als Trump-Verbündeter. Kritiker befürchten laut dpa einen Verlust der redaktionellen Unabhängigkeit.
Paramount sagte die Einrichtung eines unabhängigen Aufsichtsgremiums für CNN zu. Chefredakteur Mark Thompson soll den Sender weiterführen, auch CBS-News-Chefin Bari Weiss bleibt im Amt, wie Reuters meldete.
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