Die EU-Kommission hat die geplante Übernahme von Sky Deutschland durch die RTL Group ohne Auflagen genehmigt. Der Zusammenschluss soll nach Angaben der RTL Group am 1. Juni 2026 abgeschlossen werden und jährliche Synergien von 250 Millionen Euro innerhalb von drei Jahren erbringen.
Wie die EU-Kommission in Brüssel mitteilte, ergab die Prüfung, dass die Transaktion den Wettbewerb im Europäischen Wirtschaftsraum nicht erheblich verringern würde. Die Übernahme ermögliche es etablierten europäischen Mediengruppen, ihre Position in einer Phase des Branchenwandels zu festigen, erklärte EU-Wettbewerbskommissarin Teresa Ribera. Beide Unternehmen stünden zunehmend unter dem Druck globaler Streaming-Plattformen.
150 Millionen jetzt – bis zu 377 Millionen später
Bei Abschluss zahlt die RTL Group nach eigenen Angaben 150 Millionen Euro in bar an Comcast, die Muttergesellschaft von Sky. Hinzu kommt eine an den Aktienkurs der RTL Group gekoppelte variable Earn-Out-Zahlung von bis zu 377 Millionen Euro, die innerhalb von fünf Jahren nach Abschluss ausgelöst werden kann, sofern der Aktienkurs 41 Euro übersteigt. In Summe könnte sich der Kaufpreis damit auf bis zu 527 Millionen Euro belaufen. Die RTL Group hat bereits 3,5 Millionen eigene Aktien zurückgekauft, um die mögliche Zahlung ganz oder teilweise in Aktien leisten zu können.
Das zusammengeführte Unternehmen wird laut RTL über rund 12,3 Millionen zahlende Abonnenten bei RTL+, Sky Deutschland und Wow verfügen. RTL übernimmt die Sky-Geschäfte in Deutschland, Österreich und der Schweiz vollständig sowie Kundenbeziehungen in Luxemburg, Liechtenstein und Südtirol. RTL-Deutschland-Chef Stephan Schmitter soll das neue Unternehmen führen.
RTL baut 600 Stellen ab: Vor allem die Nachrichtensparte ist betroffen
Sammelklage gegen Amazon Prime: So können Kunden ihr Geld zurückfordern
Kommission prüfte vier Märkte
Die Brüsseler Wettbewerbshüter untersuchten nach eigenen Angaben insbesondere die Auswirkungen auf vier Märkte: den Erwerb audiovisueller Inhalte, den Großhandel mit TV-Kanälen, den Einzelhandel mit audiovisuellen Diensten sowie den Werbemarkt. In keinem Bereich ergaben sich Bedenken.
RTL und Sky hätten sowohl im Sport- als auch im Unterhaltungsbereich unterschiedliche Schwerpunkte und seien daher keine engen Wettbewerber, hieß es. Von RTL angebotene Zusagen für den Werbemarkt seien nach weiterer Prüfung nicht notwendig gewesen.
RTL Deutschland behält seinen Hauptsitz in Köln, Sky Deutschland bleibt in München.
Ihre Meinung ist uns wichtig. Senden Sie uns Ihr Feedback zu diesem Artikel an: [email protected]