Große Unternehmen in den USA und Großbritannien geben im Schnitt 28 Prozent ihres Softwarebudgets für Umstellungen, Migrationen und Lizenzänderungen aus, die von den Software-Anbietern vorgegeben werden und die sie selbst nicht gewählt hätten.
Das geht aus einer am Dienstag veröffentlichten Untersuchung des unabhängigen Dienstleisters Origina gemeinsam mit der Ranking-Plattform Thinkers50 hervor. Die Nachrichtenagentur Reuters berichtete über die Ergebnisse.
Für die Studie befragte das Marktforschungsinstitut Censuswide nach eigenen Angaben 2018 IT-Verantwortliche großer Unternehmen in beiden Ländern. Für die von Softwareherstellern verlangten Umstellungen zahlten die befragten Unternehmen zuletzt im Schnitt 12,87 Millionen Dollar pro Jahr. 95 Prozent der Befragten gaben an, in den vergangenen drei Jahren mindestens eine solche Umstellung bezahlt zu haben, obwohl sie dadurch Nachteile für ihr Unternehmen erwarteten.
Folgen für KI- und Datenprojekte
Die Ausgaben wirkten sich nach Angaben der Autoren auch auf neue Technikvorhaben aus. 34 Prozent der Befragten erklärten, von Anbietern verursachte Kosten seien ein wesentlicher Grund dafür gewesen, dass ein Projekt zu Künstlicher Intelligenz oder Datenverarbeitung verzögert, unterbrochen oder gestoppt worden sei. 56 Prozent sagten, diese Kosten hätten dabei eine mittelgroße Rolle gespielt.
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Auch Personal wird dadurch stark gebunden: 84 Prozent berichteten, dass erfahrene IT-Fachkräfte „immer“ oder „oft“ mit vom Anbieter verlangten Softwareänderungen beschäftigt seien statt mit eigener Entwicklung. 91 Prozent gaben an, voll funktionsfähige Hardware vorzeitig ausgemustert zu haben, um Fristen der Hersteller für das Ende des Software-Supports einzuhalten.
Forderung nach gesetzlichen Schutzregeln
78 Prozent der Befragten stimmten der Aussage zu, dass ihr wichtigster Softwareanbieter Zeitpunkt und Bedingungen von Änderungen vorgebe, nicht das eigene Unternehmen. 76 Prozent sahen bei sich kaum echte Verhandlungsmacht, 80 Prozent rechneten bei einem Wechsel des Hauptanbieters mit erheblichen Störungen im Geschäftsbetrieb.
„Wenn die Alternative zu einem unerwünschten Upgrade bedeutet, den Support für Systeme zu verlieren, auf denen das Geschäft beruht, ist ein Ja oft eine rationale Antwort“, sagte Origina-Gründer und Geschäftsführer Tomás O'Leary laut Reuters. Problematisch sei, dass selbst erfahrenen Technikchefs kaum Spielraum bleibe, abzulehnen.
Laut dem Fachdienst Computer Weekly sprechen sich 91 Prozent der Befragten für gesetzliche Schutzregeln für Geschäftskunden aus. 82 Prozent befürworten Vorgaben zur Softwareunterstützung, wie sie die EU bereits für die Reparierbarkeit von Hardware eingeführt hat.
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