Der Stadtrat von Tangerhütte hat am 30. September die Bebauungspläne für zwei Photovoltaikanlagen beschlossen. Das teilte die Einheitsgemeinde Stadt Tangerhütte am Freitag mit. Beide Vorhaben erhielten jeweils 14 Ja-Stimmen bei einer Nein-Stimme und vier Enthaltungen.
Am Horstweg in Tangerhütte will ein Projektentwickler aus Aachen eine Freiflächen-Photovoltaikanlage bauen. Der Stadtrat beschloss dafür den vorhabenbezogenen Bebauungsplan als Satzung. Rechtskraft erlangt der Plan erst, wenn der Landkreis Stendal den parallel geänderten Flächennutzungsplan genehmigt hat und die Stadt den Beschluss öffentlich bekannt gemacht hat. Im Sommer 2026 hatte die Stadt die Unterlagen nach einer Beanstandung des Landesverwaltungsamtes noch einmal vollständig ausgelegt.
In Schernebeck plant ein Unternehmen aus Stendal eine Agri-Photovoltaikanlage. Dabei werden auf derselben Fläche Strom erzeugt und Landwirtschaft betrieben. Weil für Schernebeck noch kein rechtswirksamer Teilflächennutzungsplan vorliegt, stellte die Stadt einen vorzeitigen Bebauungsplan auf. Ein solcher Plan ist nur zulässig, wenn dringende Gründe vorliegen und er der städtebaulichen Entwicklung nicht entgegensteht. Der Stadtrat genehmigte zudem einen städtebaulichen Vertrag mit dem Entwickler.
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Für die Stadtkasse bleiben beide Projekte ohne Kosten. Am Horstweg trägt der Vorhabenträger alle Ausgaben, in Schernebeck übernimmt der Entwickler laut Vertrag Planung, Erschließung, Netzanbindung sowie Ausgleichs- und Ersatzmaßnahmen. Grundlage beider Entscheidungen ist ein Kriterienkatalog für Photovoltaikanlagen, den der Stadtrat im Juli 2022 beschlossen hatte. Bürgermeister Andreas Brohm sprach von einem klaren Zeichen für den Ausbau erneuerbarer Energien. Die Unterlagen zu beiden Bebauungsplänen sind bei der Stadt einsehbar und werden über das Bauleitplanungsportal des Landes zugänglich gemacht.
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