Die Straßenbahn in Richtung Limbach-Oberfrohna soll entlang der Leipziger Straße in Chemnitz künftig überwiegend in der Straßenmitte fahren. Der Stadtrat hat am Mittwoch die Vorzugsvariante für den zweiten Planfeststellungsabschnitt des Chemnitzer Modells Stufe 4 beschlossen. Der rund 1,7 Kilometer lange Abschnitt reicht von der Hartmannstraße bis zur Wittgensdorfer Straße. Weiterverfolgt wird die Hauptvariante 2 mit der Untervariante 2.5.
So soll die Strecke verlaufen
Von der Hartmannstraße bis zur Mittelstraße sollen die Gleise zunächst auf der östlichen Seite der Leipziger Straße liegen. In diesem Bereich ist auch ein Ersatzneubau der Brücke über den Pleißenbach am Knoten Leipziger Straße/Matthesstraße vorgesehen. Ab der Mittelstraße wechseln die Gleise in die Mitte der Leipziger Straße und bleiben dort bis zum Ende des Abschnitts – als Rasengleis.
Vier Haltestellen sind geplant: Salzstraße nördlich der Kreuzung Salzstraße/Konradstraße, Glauchauer Straße westlich des Leipziger Platzes, Küchwaldring vor der Einmündung Bürgerstraße sowie Botanischer Garten kurz vor der Wittgensdorfer Straße, wo der Abschnitt endet. Am Küchwald wird die Trasse leicht verschwenkt, um möglichst wenig in den Park einzugreifen.
Was die Mittellage für Anwohner bedeutet
Die Stadt begründet die Wahl mit einer Bewertung verkehrlicher, stadtplanerischer, umweltbezogener, bautechnischer und betrieblicher Gesichtspunkte. Durch die Mittellage sei zwischen Mittelstraße und Winklerstraße auf der Ostseite ein Abstand von mindestens rund 15 Metern zu den Wohngebäuden erreichbar; das soll Lärm und Erschütterungen verringern. Zudem würden Kreuzungen zwischen Straßenbahn, Auto- und Radverkehr beim Ein- und Abbiegen vermieden und die Eingriffe in die Gartendenkmale Leipziger Platz und Küchwaldpark gering gehalten.
Zeitplan und Kosten bis 2029
Die Vorzugsvariante wird nun vom Zweckverband Verkehrsverbund Mittelsachsen (ZVMS), der Verkehrsverbund Mittelsachsen GmbH (VMS GmbH), der Stadt Chemnitz und der Chemnitzer Verkehrs-AG (CVAG) weiter ausgearbeitet. Die Entwurfsplanung soll im Juni 2027 fertig sein, die Genehmigungsplanung im Dezember 2027. Danach ist bis Dezember 2029 das Planfeststellungsverfahren vorgesehen.
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Die Gesamtkosten für den Abschnitt werden derzeit auf rund 61 Millionen Euro netto geschätzt. Die Finanzierung soll im Wesentlichen über Fördermittel des Bundes und des Freistaates Sachsen laufen; für die förderfähigen Kosten strebt die Stadt eine Förderung von bis zu 90 Prozent an.
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