SOZIALDEMOKRATEN - Der Berliner SPD ging es schon mal besser. Sie bekam nur 18 Prozent bei der Europawahl. Auch die aktuelle Forsa-Umfrage zeigt für Partei, Regierenden und Bildungssenator einen klaren Trend: abwärts.

Leistung statt Lotterie

Martin Klesmann
2 Min

Die von Bildungssenator Jürgen Zöllner festgelegten Zugangskriterien für besonders stark nachgefragte Gymnasien und Sekundarschulen finden in Berlin keinerlei Akzeptanz. Das ergab eine repräsentative Umfrage des Meinungsforschungsinstitutes Forsa im Auftrag der Berliner Zeitung. Lediglich ein Prozent der Befragten ist dafür, dass künftig maßgeblich ein Schulleiter über den Zugang entscheiden kann. Auch eine Verlosung von Schulplätzen - SPD und Linke wollen dreißig Prozent der gefragten Plätze verlosen - unterstützt nur ein Prozent der Befragten.Irritierend dürfte für den rot-roten Senat folgender Befund sein: Unter den SPD-Anhängern sind null Prozent für die Schulleiterentscheidung oder das geplante Losverfahren als maßgebliches Kriterium. Selbst bei den Linke-Anhängern wird das geplante Verfahren nur von einem Prozent der Befragten gut geheißen. Dabei sind SPD und Linke verantwortlich.Die Berliner wünschen sich dagegen laut Umfrage andere Zugangskriterien: 44 Prozent der Befragten wollen maßgeblich den Notendurchschnitt der letzten beiden Grundschuljahre entscheiden lassen. 27 Prozent sind für Aufnahmetests an gefragten Gymnasien und Sekundarschulen. Immerhin 16 Prozent meinen, dass die Grundschule über den weiteren Bildungsweg des Kindes entscheiden sollte - und nur 5 Prozent der Berliner gaben an, dass der Elternwunsch ausschlaggebend sein sollte. Ausgerechnet Anhänger von SPD und Linker sind in überdurchschnittlichem Maße dafür, vor allem den Notendurchschnitt gelten zu lassen.In der Forsa-Umfrage bekommt der Bildungssenator für seine Schullotterie-Pläne die Quittung: Zöllners Popularitätswerte brachen ein. Die Mehrheit der Berliner fühlt sich ohnehin vom rot-roten Senat nicht ausreichend über die große Schulreform informiert. Nur elf Prozent der Berliner sind der Meinung, dass der Senat bisher genug getan habe, um der Bevölkerung die Schulreform zu erklären.Im Zuge der geplanten Schulreform soll es in Berlin ab Sommer 2010 nach der Grundschule nur noch zwei Regelschulen geben: Die Gymnasien und die Sekundarschulen, in der Haupt-, Real- und Gesamtschulen aufgehen sollen. An beiden Schultypen sollen künftig alle Abschlüsse möglich sein.------------------------------Grafik (2) :Eindeutiges Urteil: Die Schulreform wurde offenbar nicht genug erklärt.Alles, was Rot-Rot als Zugangskriterium will, lehnen die Berliner ab.

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