Die Volkspartei (PP) von Regionalpräsident Juanma Moreno hat die Wahl in der südspanischen Region Andalusien gewonnen, ihre absolute Mehrheit aber verloren. Nach Auszählung von mehr als 99 Prozent der Stimmen kommt die PP auf 53 der 109 Sitze im Regionalparlament und damit auf fünf Mandate weniger als 2022, wie die spanische Tageszeitung El País berichtete. Für eine absolute Mehrheit wären 55 Sitze nötig gewesen.
Um eine dritte Amtszeit anzutreten, ist Moreno damit auf die rechte Vox angewiesen, die einen Sitz hinzugewann und nun über 15 Mandate verfügt. „Wir haben keine Auszeichnung mit Bestnote bekommen, aber dennoch ein Sehr gut“, sagte Moreno laut El País vor der PP-Zentrale in Sevilla. Vox erwähnte er nicht.
Andalusiens konservativer Regionalpräsident gewinnt erneut die meisten Stimmen, ist künftig aber auf Unterstützung aus der rechten Vox-Partei angewiesen.
© Francisco J. Olmo/imago
Regierungspartei PSOE verliert haushoch
Die sozialistische PSOE unter Spitzenkandidatin María Jesús Montero, bis vor kurzem Haushaltsministerin und Vize-Regierungschefin von Ministerpräsident Pedro Sánchez, fuhr mit 28 Sitzen ihr historisch schlechtestes Ergebnis in Andalusien ein. Sie verlor zwei Mandate. „Das sind keine guten Ergebnisse für uns“, sagte Montero nach Angaben von Politico. Die PSOE werde künftig eine „seriöse und verantwortungsvolle“ Opposition führen.
Stark zulegen konnte indes die linke Regionalpartei Adelante Andalucía, die ihre Sitzzahl von zwei auf acht vervierfachte und damit die linke Allianz Por Andalucía mit fünf Mandaten überflügelte. Die Wahlbeteiligung stieg laut Reuters deutlich von 56,1 auf rund 65 Prozent.
Die Abstimmung in der bevölkerungsreichsten Region des Landes galt als Stimmungstest vor der für 2027 erwarteten Parlamentswahl in Spanien.
Vox-Spitzenkandidat Manuel Gavira forderte laut Politico die Einführung einer „nationalen Priorität“ beim Zugang zu öffentlichen Leistungen, wie sie die Partei bereits in Koalitionsverträgen in Extremadura und Aragón durchgesetzt hat. Ob Vox eine Regierungsbeteiligung anstrebt, ließ Parteichef Santiago Abascal nach Angaben von El País offen.
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