In Cottbus hat die Erschließung eines neuen Forschungscampus begonnen. Das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR), die Fraunhofer-Gesellschaft und das IHP – Leibniz-Institut für innovative Mikroelektronik haben gemeinsam den Spatenstich für den Lausitz Science Park gesetzt. Das genaue Datum der Zeremonie nennt die Pressemitteilung des DLR vom Donnerstag nicht gesondert. Der Bund fördert das Vorhaben aus dem Investitionsgesetz Kohleregionen, das Land Brandenburg finanziert mit. Eine Gesamtsumme nannte das DLR nicht.
Auf dem Gelände will das DLR zwei seiner Institute unterbringen: das 2020 gegründete Institut für Elektrifizierte Luftfahrtantriebe, das hybrid-elektrische und vollelektrische Antriebe für Flugzeuge erforscht, sowie das 2019 gegründete Institut für CO2-arme Industrieprozesse, das an der Dekarbonisierung der Industrie arbeitet. Hinzu kommen das IHP, das Fraunhofer-Institut für Photonische Mikrosysteme und die Fraunhofer-Einrichtung für Energieinfrastrukturen und Geotechnologien. Der erste Bauabschnitt ist mit dem Spatenstich gestartet; die Fertigstellung des gesamten Campus ist nach Angaben des DLR bis 2030 geplant.
Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke erklärte, mit dem Campus gewinne Cottbus als Forschungs- und Innovationsstandort weiter an Profil. Durch Partner wie Fraunhofer, IHP, DLR und die BTU Cottbus-Senftenberg entstünden Arbeitsplätze für Fragen „von der Energieinfrastruktur bis zu alternativen Antrieben“. Wie viele Stellen es werden sollen, ist noch unklar.
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IHP-Geschäftsführer Gerhard Kahmen begründete den Neubau mit der Nähe zu den Partnern und zur BTU. Viele Fragen ließen sich nicht mehr innerhalb einer einzelnen Disziplin beantworten, sagte er; Sensorsysteme für die Medizin etwa bräuchten Mikroelektronik, Materialforschung und Künstliche Intelligenz zugleich. Die Ergebnisse sollten in der Lausitz angewendet werden. Fraunhofer-Präsident Holger Hanselka kündigte an, der Campus solle Forschungseinrichtungen sowie kleine und mittlere Unternehmen zusammenbringen; die Fraunhofer-Neubauten sollten Arbeitsplätze und Wertschöpfung in der Region schaffen.
DLR-Vorstandsvorsitzende Anke Kaysser-Pyzalla ordnete den Campus als Beitrag zum Strukturwandel ein. Das Zusammenspiel von anwendungsorientierter Forschung, akademischer Ausbildung und außeruniversitären Einrichtungen schaffe Raum für neue Ideen, Cottbus und die Lausitz gewännen an Sichtbarkeit über die Region hinaus.
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Hintergrund ist der Ausstieg aus der Braunkohleverstromung in der Lausitz. Das DLR verweist auf das Strukturstärkungsgesetz als Rahmen für neue wirtschaftliche und wissenschaftliche Perspektiven und erwartet nach eigener Darstellung qualifizierte Arbeitsplätze sowie bessere Chancen, Fachkräfte und Absolventen in der Region zu halten. Belastbare Zahlen zu Kosten, Stellen oder Zwischenschritten im Zeitplan liegen bislang nicht vor; auch eine Stellungnahme der BTU Cottbus-Senftenberg fehlt.
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