SPD feiert Richtfest für ihre neue Berliner Zentrale / Diepgen gratuliert

Scharping sitzt ganz oben

Marlies Emmerich
3 Min

Seit Freitag schwebt die Richtkrone Ober der neuen Bundeszentral. der SPD. Von dem sechsgeschossigen Büro- und Geschäftshaus an der Ecke Wilhelm-Stresemannstraße In Kreuzberg aus sollen 250 Mitarbeiter ab 1996 die Partei managen.SPD-Chef Rudolf Scharping Ist ausgesprochen guter Laune. "Ich vertrete Sie gewissermaßen, Herr Diepgen. Das gilt aber nur für den Rohbau", begrüßt er ironisch den mit leichter Verspätung eintreffenden Regierenden Bürgermeister. Der CDU-Politiker reagiert souverän und verspricht, bei der Einweihung wieder dabeizusein. Er gratuliert ausdrücklich der Sozialdemokratie, die "einen Schritt voraus" sei und beispielhaft gehandelt habe. Von anderen Parteien hätte er sich gewünscht, "mindestens Schritt zu halten"."Willy-Brandt-Haus"Das Haus, schlägt Scharping vor, wird den Namen von Willy Brandt tragen. "Darüber muß man nicht abstimmen", ist er sich sicher. Er geht davon aus, daß die SPD voraussichtlich zu Beginn des Jahres 1996 von Bonn nach Berlin umzieht.Wie bei jeder Firma werde sich mancher Bonner Mitarbeiter dabei schwertun. Einige würden am Rhein bleiben. Von sich selber weiß Scharping, daß sein Dienstzimmer wegen des Überblicks "ganz oben" liegt. An diesem Morgen sind trotz des regnerischen Wetters alle Gäste in aufgeräumter Stimmung. Kreuzbergs Bezirksbürgermeister Peter Strieder (SPD) verkündet der gutgelaunten Menge, daß Sozialsenatorin Ingrid Stahmer (SPD) für den Weg vom nahegelegenen Abgeordnetenhaus hierher den Dienstwagen des Regierenden ausprobiert haben soll. Rudolf Scharping nennt den Komplex unter Gelächter die "neue Heimat"."Ach Ditmar, komm doch lieber nach vorn", lädt er schließlich den zurückgetretenen Berliner Parteichef Staffelt auf die Bühne. So wie Staffelt sind mehrere Abgeordnete -- teilweise verspätet aus dem PreußischeLandtag herübergekommen. Der stellverretende SPD-Bundesvorsit- zende Wolfgang Thierse dagegen glänzt durch Pünktlichkeit -- trotz umfangreicher Polizeikontrollen und gesperrter Straßen im Umkreis. Der Grundstein für das 15 200 Quadratmeter große 100-Millionen-Projekt war am 9. November 1993 gelegt worden. Der Entwurf stammt vom Architekten Helge Bofinger. Bis die fünf Etagen etappenweise bezogen sind, vermietet die SPD an Geschäftsleute. Ein weiteres Stockwerk soll dauerhaft vermietet werden.Auch ernste TöneNatürlich fehlen ernstere Töne nicht. Von seiner eigenen Partei wünscht Peter Strieder sich, die Zentrale nicht zum Hochsicherheitstrakt zu machen, sondern zu einer "Denkzentrale für soziale, gerechte Ausgestaltung". "Da ist etwas verlorengegangen, was wir zurückgewinnen müssen", sagt Scharping mit Blick auf alte Traditionen. Bei der Grundsteinlegung hatte eine Kapelle Arbei terlieder gespielt. Am Freitag sorgen Berliner Gassenhauer für Stimmung. Vielfalt müsse sein, argumentiert der Parteichef. banach gibt es Eisbein oder Lammkeule. Das künftige Gebäude der SPD-Parteizentrale in Kreuzberg.

Open Source

Open Source

Sie haben etwas zu sagen? Senden Sie uns Ihren Text! 

Einreichen
Open Door

Open Door

Sie möchten ein Thema vorschlagen? Senden Sie uns Ihren Vorschlag!

Vorschlagen
Send feedback

Ihre Meinung ist uns wichtig. Senden Sie uns Ihr Feedback zu diesem Artikel an: [email protected]

Lesen Sie mehr zum Thema
weltbune Banner