BERLIN. Am Sonntag am Schwielowsee muss Hubertus Heil sich seines Postens nicht mehr sicher gewesen sein. Als er gefragt wurde, ob er Generalsekretär der SPD bleibe, nickte er nur grimmig. Bestimmt fürchtete er, dem engsten Vertrauten von Franz Müntefering Platz machen zu müssen - dem jetzigen Staatssekretär im Bundesarbeitsministerium, Kajo Wasserhövel. Ganz so schlimm ist es nicht gekommen. Heil bleibt Generalsekretär. Zumindest formal. Denn Wasserhövel wird nur Bundesgeschäftsführer, wie Heil gestern mitteilen durfte. Er muss einen Kernbereich seines Jobs, die Wahlkampfleitung, künftig an Wasserhövel abgeben.Wasserhövel löst Martin Gorholt ab, der in Teilen der SPD als unfähig galt. Dem bisherigen Parteichef Kurt Beck wurde stets angekreidet, dass er niemand anderen mit der Organisation des Willy-Brandt-Hauses betraut hat. Wasserhövel indes genießt in der SPD einen exzellenten Ruf. Er hat die Wahlkämpfe von Gerhard Schröder 1998, 2002 und 2005 zum Erfolg geführt.Nach Informationen der Berliner Zeitung waren Müntefering und Kanzlerkandidat Frank-Walter Steinmeier sich einig, Heil im Amt zu belassen. Der Generalsekretär, der 2005 vom damaligen SPD-Chef Matthias Platzeck für das Amt vorgeschlagen worden war, hat zu Müntefering zwar kein enges Verhältnis, dafür aber zu Steinmeier. Außerdem würde eine Neubesetzung viel Wirbel in der SPD verursachen, zumal der Generalsekretär vom Parteitag gewählt wird.Ein Streit um Wasserhövel war der Anlass für Münteferings Rücktritt vom Parteivorsitz im November 2005. Damals war der SPD-Vorstand Münteferings Vorschlag, Wasserhövel zum Generalsekretär zu machen, nicht gefolgt. Die Mehrheit wollte Andrea Nahles. Müntefering trat zurück. Hubertus Heil wurde damals Generalsekretär und erst im Herbst 2007 für zwei Jahre wiedergewählt.
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