Die SPD hat nach dem Rücktritt von Co-Parteichefin Bärbel Bas Kurs auf die Neuwahl ihrer gesamten Führung genommen. Ein SPD-Parteitag soll dafür Mitte Januar in Bremen zusammenkommen.
Als Termin nennt die Deutsche Presse-Agentur unter Berufung auf Parteikreise den 16. und 17. Januar. Gewählt wird dann nicht nur die Doppelspitze, sondern der komplette Parteivorstand.
Wann und wo der SPD-Parteitag stattfindet
Der Bundesparteitag soll nach Informationen der dpa aus Parteikreisen am 16. und 17. Januar in Bremen über die Bühne gehen. Klingbeil hatte am Montag nach dem plötzlichen Rücktritt von Bas zunächst von einem Parteitag „um den Jahreswechsel herum“ gesprochen, also im Dezember oder Januar. Inzwischen gilt der Januar-Termin. Zur Wahl steht der gesamte Parteivorstand, nicht nur die Doppelspitze.
Warum Bärbel Bas zurückgetreten ist
Anlass für die Neuwahl ist der Rücktritt von Bärbel Bas. Die Co-Parteivorsitzende legte am Montag alle ihre Ämter nieder. Als Gründe nannte sie persönliche und politische Belastungen. „Nach dem Tod meiner Stieftochter habe ich festgestellt, dass ich Zeit brauche, um die Trauer zu verarbeiten“, erklärte Bas.
Zugleich kritisierte sie öffentliche Angriffe. Sie müsse „feststellen, dass die öffentlichen Angriffe auf mich, leider auch aus den Reihen des Koalitionspartners, in dieser für mich persönlich schwierigen Zeit weiter forciert wurden“. Bas bat Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) um ihre Entlassung aus dem Amt. Abgeordnete im Bundestag bleibt sie.
Wie Klingbeil und Merz reagierten
Parteichef Lars Klingbeil sprach am Montag von einem schwierigen Tag. „Das ist für mich heute kein leichter Tag“, sagte er. Bas habe ihn am Samstag endgültig über ihren Rücktritt informiert.
Er könne die Entscheidung „persönlich zu 100 Prozent nachvollziehen“. Die Angriffe auf Bas in einer Zeit der Trauer nannte er „unanständig“ und sprach von „persönlicher Diffamierung“.
Merz erklärte am Montag, er habe Bas zuletzt vor drei Wochen gesprochen und sie „ausdrücklich ermutigt“, sich Zeit zu nehmen. Meinungsverschiedenheiten habe es gegeben, aber „immer nur in Sachfragen“, nie persönlich.
Wer für die neue SPD-Doppelspitze infrage kommt
Ob Klingbeil erneut antritt, ließ er offen. In der Partei gelten zwei Ministerpräsidentinnen als mögliche Kandidatinnen für die Doppelspitze: Manuela Schwesig aus Mecklenburg-Vorpommern und Anke Rehlinger aus dem Saarland.
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Bas gehört seit der Bundestagswahl 2009 dem Bundestag an. Von Oktober 2021 bis März 2025 war sie Bundestagspräsidentin. Im Mai 2025 wurde sie Bundesministerin für Arbeit und Soziales im Kabinett Merz. Seit Juni 2025 führte sie gemeinsam mit Klingbeil die SPD.
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