SPD-Politiker verfolgte in Stettin einen Taschendieb - Diebe stahlen unterdessen den Wagen

Mompers in Polen: Handtasche weg, Auto weg

BLZ
3 Min

Das Auto des ehemaligen Regierenden Bürgermeisters Walter Momper (SPD) ist bei einem Kurzurlaub in Polen gestohlen worden. Momper war mit seiner Frau Anne am vergangenen Wochenende nach Stettin gefahren. Sie waren im familieneigenen roten Audi A 4 unterwegs. Auf diesen Wagen war vor kurzem bereits geschossen worden - vor Mompers Wohnung in der Kreuzberger Fichtestraße. Momper hatte sich zu dem Zeitpunkt nur etwa zehn Meter vom Auto entfernt aufgehalten. Die Fahndung nach dem Täter verlief bislang ohne Ergebnis. Auch die Täter vom Wochenende sind bisher unbekannt.Es geschah am helllichten TagDer Diebstahl ereignete sich am Tage in einer Einkaufsstraße. Momper saß in seinem Wagen vor einem Geschäft in Stettin und wartete auf seine Frau, die in den Laden gegangen war. Plötzlich kam sie aus dem Geschäft gerannt und verfolgte einen Mann. Der hatte ihr im Geschäft die Handtasche gestohlen. Momper verließ sofort seinen Wagen und lief den beiden hinterher. Dabei ließ er in seinem Wagen die Zündschlüssel stecken. Eine Einladung für andere Diebe, die die Szene beobachtet hatten. Möglicherweise steckten sie mit dem Taschendieb unter einer Decke, die Aktion im Laden wäre dann nur ein Ablenkungsmanöver gewesen. Der rote Audi war verschwunden, als das Ehepaar Momper von der vergeblichen Jagd nach dem Taschendieb zu dem Parkplatz zurückgekommen war. Der Diebstahl war gestern von seinem Büro bestätigt worden. Momper selbst war am Montag nicht in der Stadt. Unklar ist noch, ob in einem solchen Fall eine Versicherung den Schaden übernimmt. Für einen Diebstahl kann es ohnehin nur Ersatz geben, wenn mindestens eine Teil-Kasko-Versicherung abgeschlossen ist. Die gesetzliche Haftpflichtversicherung deckt Diebstahl nicht ab. Im Einzelfall müsse dann auch noch geprüft werden, ob der Halter sich nicht "grob fahrlässig" verhalten und damit dem Diebstahl ermöglicht habe, sagte Klaus Brandenstein, Sprecher des Gesamtverbandes der Deutschen Versicherungswirtschaft. Das regele der entsprechende Paragraf im Versicherungsvertrags-Gesetz. Die Versicherungen hätten einen gewissen Spielraum bei der Entscheidung, ob sie zahlen oder nicht, sagte Brandenstein. Zum Fall Momper wollte sich der Verbands-Sprecher nicht äußern. Nur so viel: "Die Versicherung von Herrn Momper hat jetzt vier Wochen Zeit, ihm das Auto zurückzubringen", sagte er. Möglicherweise werde das Auto in Polen ja wieder gefunden. Etwa bei dem Versuch, den Wagen weiter nach Osten zu verschieben. Nicht das erste MalEs ist nicht das erst Mal, dass Walter Momper bei einem Ausflug nach Polen mit Dieben konfrontiert wurde. Im Abgeordnetenhauswahlkampf 1999 war er mit einer kleinen Delegation und Journalisten nach Warschau gereist. An einem Nachmittag saß die Gruppe vor einem Restaurant auf dem Alten Markt, sagte der damalige Momper-Sprecher Michael Böhm. Plötzlich seien mehrere Kinder an den Tisch herangetreten, Taschendiebe, wie sich später herausstellte. Unter anderem vermisste auch Böhm später seine Brieftasche. "Die Papiere wurden abends wieder gefunden, nur das Bargeld war weg", sagte er. Momper blieb damals verschont. "Er hatte damals gesagt, er sei immer sehr vorsichtig, er habe seine Wertsachen immer im Blick", erinnerte sich Böhm. (lo.)BLZ/CHRISTIAN SCHULZ Walter Momper wurde sein roter Audi A 4 beim Kurzurlaub in Polen gestohlen.

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