SPD und CDU lehnen Antrag des Jugendhilfeausschusses ab

Kreistag will keine Sozialarbeiter für Schulen einstellen

Elke Kaldasch
2 Min

An den Schulen im Landkreis Barnim wird es auch im nächsten Jahr keine Sozialarbeiter geben. Der Kreistag hat auf seiner jüngsten Sitzung am Mittwoch einen Antrag des Jugendhilfeausschusses abgelehnt, dafür 320 000 Mark in dem Haushaltsplan 2000 bereitzustellen. Mit diesem Geld sollten sechs Schulsozialarbeiter beschäftigt werden."47 Schulverweigerer sind beim Kreisschulamt registriert, darunter sind auch Grundschüler, die monatelang nicht in der Schule waren. Wir müssen endlich etwas tun, sonst ziehen wir Analphabeten heran", hatte die Vorsitzende des Jugendhilfeausschusses, Sabine Schmalz (SPD), den Antrag begründet. "Schulsozialarbeiter könnten an den Problemen ansetzen, die Kinder haben, und müssten dann nicht die lösen, die sie machen", sagte die stellvertretende Ausschussvorsitzende Gisela Netzeband (Bündnis 90/Grüne). Sie verweist auf jährlich steigende Kreisausgaben für Erziehungshilfe. In diesem Jahr sind 1,5 Millionen Mark für so genannte ambulante Hilfen vorgesehen, für das Jahr 2000 2,5 Millionen Mark. Für so genannte stationäre Hilfen steigen die Ausgaben von 15,1 Millionen auf 15,8 Millionen Mark. "Der Aufenthalt eines Kindes in einem Heim kostet im Monat zwischen 6 000 und 7 000 Mark", sagt der zuständige Sozialdezernent der Kreisverwaltung Ulrich Gräfe. Er bezweifelt jedoch, dass Schulsozialarbeiter hier eine Lösung wären.Die CDU hatte bereits im Vorfeld des Kreistages ihre ablehnende Haltung artikuliert. Bei der SPD drohte der Fraktionsvorsitzende Gert Adler gar mit seinem Rücktritt, sollte dem Antrag stattgegeben werden. Einzig die Vorsitzende des Jugendhilfeausschusses Sabine Schmalz (SPD) stimmte mit der PDS, Bündnis 90/Grünen und FDP für die Schulsozialarbeiter. (eka.)

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