Nicht nur im „Ländle“ kam es am Sonntag zu einem spannenden Rennen: Auch im brandenburgischen Landkreis Spree-Neiße steht nach den gestrigen Wahlen eine spannende Stichwahl um das Landratsamt bevor. Nachdem im ersten Wahlgang am Sonntag keiner der vier Kandidierenden die absolute Mehrheit erreichen konnte, treffen am 22. März Christine Beyer (AfD) und Martin Heusler (CDU) aufeinander. Beyer erzielte mit 42,4 Prozent das beste Ergebnis, während Heusler auf 30,5 Prozent der Stimmen kam.
Die Wahlbeteiligung lag bei 54,8 Prozent, wobei rund 94.500 Wahlberechtigte aufgerufen waren, ihre Stimme abzugeben. Weitere Kandidaten waren Heiko Jahn von der SPD, der 20,4 Prozent erreichte, sowie Robert Hanschke von Die PARTEI mit 6,6 Prozent. Der bisherige Landrat Harald Altekrüger (CDU) tritt nach 16 Jahren im Amt in den Ruhestand.
Der Landkreis Spree-Neiße, der die Lausitzer Braunkohleregion umfasst, wird in den kommenden Jahren vor großen Herausforderungen stehen. Der Strukturwandel nach dem Kohleausstieg sowie der demografische Wandel prägen die Region. Politisch gilt der Landkreis als Hochburg der AfD, die bei früheren Wahlen deutliche Erfolge erzielte. So erreichte die Partei bei der Kommunalwahl 2024 mit 38,2 Prozent landesweit ihr stärkstes Ergebnis.
Strukturwandel in der Lausitz: Sachsen fordert mehr Tempo, Brandenburg optimistisch
Knappes Rennen in Erkner
Auch bei der Bürgermeisterwahl in Erkner (Landkreis Oder-Spree) kam es zu einem extrem knappen Rennen: Dort setzte sich Amtsinhaber Henryk Pilz in einer äußerst knappen Stichwahl gegen die SPD-Kandidatin Jana Gruber durch. Pilz, ein parteiloser Politiker, erhielt 50,1 Prozent der Stimmen – lediglich 13 Stimmen mehr als Gruber, die auf 49,9 Prozent kam. Insgesamt waren rund 10.000 Bürger wahlberechtigt; die Wahlbeteiligung lag bei 44 Prozent.
„Bollwerk gegen Putin“: Wie in Holzdorf ein alter NVA-Flugplatz zur Nato-Festung wird
Pilz bleibt damit seit 2018 Bürgermeister von Erkner. Gruber hatte im ersten Wahlgang vor zwei Wochen noch ein besseres Ergebnis erzielt (35,3 Prozent), während Pilz damals 31,4 Prozent erreichte. Der AfD-Kandidat Philip Zeschmann verfehlte mit 24,3 Prozent den Einzug in die Stichwahl.
Amtsinhaber triumphieren in Forst, Guben und Beelitz
Die parteilose Amtsinhaberin Simone Taubenek setzte sich mit 58,8 Prozent in Forst (Landkreis Spree-Neiße) gegen ihren Herausforderer Ingo Bochmann durch. Der AfD-Kandidat erreichte 41,2 Prozent der Stimmen.
Auch in Guben (Landkreis Spree-Neiße) gibt es keine Veränderung an der Stadtspitze: Fred Mahro von der CDU hat sich mit 51,8 Prozent gegen den parteilosen Kandidaten Steffen Rosenkranz durchgesetzt und bleibt Bürgermeister. 48,2 Prozent der Stimmen entfielen auf seinen Herausforderer.
Den höchsten Wahlsieg errang am Sonntagabend der amtierende Bürgermeister der Gemeinde Beelitz (Potsdam-Mittelmark). Mit 88,5 Prozent ließ der parteilose Bernhard Knuth den FDP-Kandidaten Marius Müller-Böge hinter sich. Marius Müller-Böge bekam 11,5 Prozent der Stimmen.
Ihre Meinung ist uns wichtig. Senden Sie uns Ihr Feedback zu diesem Artikel an: [email protected]