Nun hängt alles nur noch vom Regierenden Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD) ab. Wenn er zustimmt, wird im nächsten Jahr zur Fußball-Weltmeisterschaft die offizielle Fan-Meile nun doch auf der Straße des 17. Juni - zwischen Brandenburger Tor und Großer Stern - eingerichtet. Wowereit hatte zwar erst im Juli den Spreebogenpark für das Fan-Fest avisiert, aber inzwischen gibt es immer mehr Zweifel an diesem Standort. Außerdem: Tourismusindustrie, Wirtschaftsverbände, der Weltfußballverband Fifa und selbst die Polizei hatten schon immer die Straße dem Park vorgezogen. Und wie zu hören ist, haben die Fifa und die WM-Sponsoren inzwischen noch einmal "dezent nachgefragt", ob denn der Spreebogen die endgültige Entscheidung sei.Wenn Wowereit seine damalige Entscheidung revidiert, wird er auch die Unterstützung der Berliner haben. Eine repräsentative Forsa-Umfrage im Auftrag der Berliner Zeitung ergab im Sommer, dass 61 Prozent der Hauptstädter die Straße des 17. Juni für am besten geeignet halten. Den Spreebogenpark favorisierten lediglich fünf Prozent. Die Berliner hatten offenbar schon ein Gefühl dafür, dass dieser Ort für das Fan-Fest nicht geeignet ist.Wegen der unmittelbaren Nähe zum Bundeskanzleramt, zur Bundestagskita und zur Schweizer Botschaft haben Sicherheitsexperten vom Spreebogenpark abgeraten. Mit einem großen finanziellen Aufwand müssten Zäune um die Gebäude errichtet werden, um Politiker, Diplomaten, Kinder und Eltern vor allzu euphorisch feiernden Fans zu schützen. Außerdem gibt es in dem Park kaum Fluchtwege. Bei einer Panik bliebe dann oft nur der Sprung in die Spree. Hinzu kommt, dass das Areal gerade erst für 9,8 Millionen Euro hergerichtet wurde. Nach Schätzungen von Experten müsste der Park nach der Fußball-WM für rund eine Million Euro "renaturiert" werden.Hohe Kosten würden dort auch entstehen, weil sämtliche Anschlüsse für Strom und Wasser erst gelegt werden müssten. Die Liste der Nachteile ist lang im Vergleich zur Straße des 17. Juni. Dort gibt es vielfältige und gute Erfahrungen mit Großveranstaltungen. Gegen die Nutzung der Straße spricht vor allem, dass sie für rund fünf Wochen im Juni und Juli für den Straßenverkehr gesperrt bleibt und damit eine wichtige Ost-West-Achse zu ist. Der Kreisverkehr auf dem Großen Stern soll aber offen bleiben. Umleitungen würden dann über Ebertstraße, Tiergartenstraße und John-Foster-Dulles-Allee erfolgen.Der Bezirk Mitte hofft, dass Wowereit die Kehrtwende schafft. "Auf der Straße des 17. Juni haben wir jetzt die Chance, eine Veranstaltung zur Fußball-WM durchzuführen, die auch ein voller Erfolg wird", sagte am Sonntag Wirtschaftsstadtrat Dirk Lamprecht (CDU). An dem Ort könne man von den Erfahrungen der Love Parade profitieren. Von Norden und Süden gebe es zahlreiche Zugänge und Fluchtwege, die gesamte Logistik auch für die Rettungskräfte ließe sich besser organisieren als im Spreebogenpark, so Lamprecht.------------------------------Grafik: Absage an den Spreebogen als Fan-Meile: Nur mit einem riesigen Sicherheitsaufgebot wären das Bundeskanzleramt und die Schweizer Botschaft zu schützen gewesen.
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