Sicherheit

„Zusammengeschusterte Provokation“: So reagiert Russland auf Deutschlands Vorwurf zur Leipzig-Drohne

Moskau kündigt eine „spiegelbildliche“ Antwort auf die deutschen Maßnahmen an. Welche Gegenmaßnahmen folgen, lässt das russische Außenministerium offen.

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Russlands Außenamtssprecherin Maria Sacharowa bei einer Pressekonferenz auf dem Östlichen Wirtschaftsforum in Wladiwostok am 1. September 2026.

Russlands Außenamtssprecherin Maria Sacharowa bei einer Pressekonferenz auf dem Östlichen Wirtschaftsforum in Wladiwostok am 1. September 2026.

© Maksim Bogodvid/imago

Russland hat eine Antwort auf die deutschen Maßnahmen im Fall der Sprengstoff-Drohne am Flughafen Leipzig/Halle angekündigt. „Auf alle antirussischen Entscheidungen Berlins wird Moskau antworten“, sagte die Sprecherin des russischen Außenministeriums, Maria Sacharowa, dem russischen Sender RTVI.

Wie sie der Deutschen Presse-Agentur in Moskau mitteilte, werde Russland „spiegelbildlich“ reagieren. Die Antwort werde so ausfallen wie bei früheren, aus russischer Sicht „einseitigen und ungerechten Sanktionen“. Welche konkreten Gegenmaßnahmen Moskau plant, sagte Sacharowa weder RTVI noch der dpa.

Sacharowa wirft Berlin erfundenen Vorwand vor

Sacharowa behauptete gegenüber RTVI, die Bundesregierung habe einen Vorwand für ihr Vorgehen gesucht. Das Russische Haus sei Berlin schon lange ein Dorn im Auge gewesen.

Zudem warf sie Deutschland vor, den Krieg in der Ukraine anzuheizen und an Angriffen auf russische Zivilisten beteiligt zu sein. Gegenüber der dpa sagte sie mit Blick auf deutsche Waffenlieferungen und Finanzhilfen für die Ukraine: „Berlin sponsert den Terrorismus.“ Belege für ihre Vorwürfe führte Sacharowa nicht an.

Russisches Generalkonsulat in Bonn muss schließen

Die Bundesregierung hatte Russland zuvor offiziell für den versuchten Anschlag am Flughafen Leipzig/Halle verantwortlich gemacht. Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU) berief sich auf polizeiliche Ermittlungsergebnisse, bekannte Tatmuster sowie Erkenntnisse deutscher und ausländischer Nachrichtendienste.

Als Reaktion muss das russische Generalkonsulat in Bonn zum 18. September schließen. Außenminister Johann Wadephul (CDU) kündigte außerdem an, die vertragliche Grundlage für den Betrieb des Russischen Hauses in Berlin zu beenden.

Das maßgebliche deutsch-russische Kulturabkommen von 2011 kann nach der bislang bekannten Vertragslage zum Juni 2027 gekündigt werden. Deutschland muss Moskau darüber bis zum 6. Dezember 2026 informieren. Wann das Russische Haus seine Arbeit tatsächlich einstellen müsste, ließ Wadephul zunächst offen.

Deutschland will sich außerdem in der Europäischen Union für weitere Sanktionen gegen russische Verantwortliche einsetzen. Geplant sind schärfere Einreisekontrollen für russische Staatsbürger und ein höherer Druck auf die sogenannte russische Schattenflotte.

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Könnte Moskau das Goethe-Institut schließen?

Als mögliche russische Gegenmaßnahme gilt ein Vorgehen gegen das Goethe-Institut in Moskau. Der russische Botschafter in Deutschland, Sergej Netschajew, hatte bereits Mitte August erklärt, Maßnahmen gegen das Russische Haus könnten eine Reaktion gegen das Goethe-Institut nach sich ziehen. Eine solche Entscheidung hat Moskau bislang jedoch nicht angekündigt.

Russland weist jede Beteiligung an dem Drohnenvorfall zurück. Bereits am 7. August bezeichnete die russische Botschaft den Fund als eine „hastig zusammengeschusterte Provokation“, die „ausschließlich den Zielen Kiews und des militaristischen Flügels der europäischen politischen Klasse“ diene. Russische Medien wie Tass und RBC greifen diese Darstellung weiterhin auf.

Der mit Sprengstoff und einem Zünder präparierte Flugkörper war am Abend des 4. August im Sicherheitsbereich des Flughafens Leipzig/Halle zwischen ukrainischen Frachtmaschinen entdeckt worden. Die Bundesanwaltschaft ermittelt wegen des Verdachts des versuchten Herbeiführens einer Sprengstoffexplosion und des gefährlichen Eingriffs in den Luftverkehr.

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