Iran-krieg

Wie viel Entlastung kommt bei Rekord-Spritpreisen? CDU nennt erstmals konkrete Zahlen

Die CDU nennt erstmals Zahlen zur Spritpreis-Entlastung. Ab Oktober sollen diese kommen. Vieles bleibt jedoch offen.

3 Min
Der Preis für Benzin und Diesel hat ein neues Rekordhoch erreicht.

Der Preis für Benzin und Diesel hat ein neues Rekordhoch erreicht.

© Rene Traut/imago

Die CDU hat erstmals konkrete Zahlen für die angekündigte Spritpreis-Entlastung genannt. Generalsekretärin Franziska Hoppermann sprach in der ZDF-Sendung „Maybrit Illner“ von einer Größenordnung zwischen 21 und 25 Cent pro Liter.

Angehen will die Partei das Thema nach ihren Worten ab Anfang Oktober. Wie die Entlastung genau aussehen soll und wer sie finanziert, ist allerdings noch offen.

Was die CDU bei den Spritpreisen verspricht

„Eine Entlastung um irgendwie 21, 23, 25 Cent der Liter, finde ich, ist schon eine spürbare Entlastung“, sagte Hoppermann am Donnerstagabend im ZDF. „Und das ist das, was wir jetzt angehen werden zu Anfang Oktober“.

Über den konkreten Weg müsse man nun mit den Bundesländern sprechen, so die Generalsekretärin. Ein fertiges Modell nannte sie nicht.

Warum Hoppermann die Übergewinnsteuer ablehnt

Eine Übergewinnsteuer für die Mineralölkonzerne, wie sie Finanzminister Lars Klingbeil (SPD) fordert, weist die CDU-Politikerin zurück.

Selbst wenn man sie einführe, bringe sie „kein Cent Entlastung für die Menschen, die an diesen 2,50 Euro, drei Euro Spritpreisen vorbeifahren“, sagte Hoppermann.

Rekordpreise für Diesel und E10 – wie teuer Tanken gerade ist

Der Preisdruck an den Zapfsäulen ist hoch. Diesel kostete am Mittwoch im bundesweiten Tagesdurchschnitt 2,453 Euro pro Liter und damit so viel wie nie zuvor, wie aus Zahlen des ADAC hervorgeht. Der bisherige Rekord aus dem April wurde übertroffen.

Auch E10 eilt von Hoch zu Hoch und erreichte mit 2,314 Euro den fünften Rekord in Folge. Gegenüber dem Vortag verteuerte sich Diesel um 3,1 Cent, E10 um 1,4 Cent.

Als Preistreiber gilt in den Berichten der Iran-Krieg. Seit Ende August hätten die Preise laut Berliner Zeitung erneut deutlich zugelegt; Diesel sei rund 71 Cent teurer als am letzten Tag vor Kriegsbeginn. Inflationsbereinigt seien Kraftstoffe früher allerdings schon teurer gewesen.

Open Source

Open Source

Sie haben etwas zu sagen? Senden Sie uns Ihren Text! 

Einreichen
Open Door

Open Door

Sie möchten ein Thema vorschlagen? Senden Sie uns Ihren Vorschlag!

Vorschlagen

Mehrwertsteuer auf Sprit senken – der Vorschlag von Reiche

Aus der Union liegt bereits ein konkreter Entlastungsweg auf dem Tisch. Wirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) sprach sich am Rande des G20-Energieministertreffens in Houston dafür aus, die Mehrwertsteuer auf Kraftstoffe befristet von 19 auf 7 Prozent zu senken. Das würde nach ihren Worten direkt an der Zapfsäule wirken.

Unterstützung kommt von der SPD: Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke nannte den Vorschlag „Endlich ein erster Schritt in die richtige Richtung“. Woidke dringt zusätzlich auf einen Spritpreisdeckel – den Reiche ebenso ablehnt wie eine Übergewinnsteuer.

Im Pendlerland Brandenburg sind Diesel und E10 nach Angaben des Portals Tankerkönig im bundesweiten Vergleich derzeit besonders teuer.

Gewerbediesel – was die Speditionen von Merz fordern

Druck kommt auch aus der Wirtschaft. Der Bundesverband Güterkraftverkehr Logistik und Entsorgung (BGL) fordert Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) auf, sofort einen Gewerbediesel einzuführen.

In einem Brief warnt der Verband, die hohen Dieselpreise brächten zahlreiche mittelständische Speditionen in existenzielle Not. Als Vorbild nennt der BGL EU-Länder, die ein solches Modell bereits anwenden – darunter Belgien, Frankreich, Italien, Portugal, Slowenien, Spanien und Ungarn.

Send feedback

Ihre Meinung ist uns wichtig. Senden Sie uns Ihr Feedback zu diesem Artikel an: [email protected]

Lesen Sie mehr zum Thema
weltbune Banner