Potsdam. Die Bundesregierung will ihren Verpflichtungen gegenüber dem Weltkulturerbe in Potsdam nachkommen. Wie Staatsminister Anton Pfeifer am Freitag nach Beratung mit Landes- und Kommunalpolitikern sowie Fachleuten mitteilte, dürfe der Unesco kein Grund gegeben werden, die Weltkulturerbestätten in Potsdam auf die Rote Liste "Kulturerbe in Gefahr" zu setzen.Anlaß für den Besuch Pfeifers in Potsdam war der Streit um das geplante Potsdam-Center am innerstädtischen Havelufer und die Verbreiterung der Havel im Rahmen des Verkehrsprojektes 17. Die Unesco kritisierte dies als Zerstörung des barocken Ensembles und drohte, Potsdam auf die Liste des gefährdeten Weltkulturerbes zu setzen. Daraufhin wurde von der Stadt und den Investoren zugesichert, daß umstrittene Projekt neu auszuschreiben. Bundesbauminister Klaus Töpfer (CDU) und die einbezogene Deutsche Bahn AG erklärten sich bereit, den Wettbewerb zu finanzieren. Laut Pfeifer ist eine endgültige Form der Ausschreibung in der zweiten Märzhälfte zu erwarten. Einbezogen werden dabei die Bauflächen am Havelufer wie auch der historische Alte Markt. Unesco-Beauftragter Yves Dauge habe diesem Verfahren im Grundsatz zugestimmt, sagte Pfeifer. Doch Umweltgruppen stört, daß das Bauvolumen unverändert groß bleiben soll. Ein "überdimensionierter Baukörper" werde trotzdem das historische Zentrum städtebaulich dominieren. Kritik gibt es zudem an der von der Bundesregierung geplanten Verbreiterung der Havel und der Erhöhung der Glienicker Brücke. Ohne konkret zu werden, sicherte der Staatsminister ein Überdenken auch dieser Vorhaben zu. Potsdam als "einzigartiges und großartiges Zeugnis deutscher Kulturgeschichte" dürfe nicht leiden, das würde "dem Ansehen Deutschlands als Kulturnation Schaden zufügen". +++
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