Bisher sind mehr als 6 000 der rund 34 000 Kriegsflüchtlinge aus Ex-Jugoslawien von Berlin in ihre Heimat zurückgekehrt. Berlins Ausländerbeauftragte Barbara John ist mit dieser Bilanz relativ zufrieden. "Es gibt für die Flüchtlinge hier keine Chance auf dem Arbeits- und Ausbildungsmarkt", so Barbara John. Deshalb setzt die Ausländerbeauftragte auch große Hoffnungen auf Dietmar Schlee. Der Rückkehrbeauftragte der Bundesregierung soll die Reintegration der Flüchtlinge in der alten Heimat koordinieren und vor Ort vor allem helfen, neue Wiedereingliederungsprojekte auf den Weg zu bringen.Wie Schlee während eines Pressegespräches sagte, sei beispielsweise Anfang dieser Woche das Büro der deutschen Wirtschaft in Sarajevo eröffnet worden. Dort könnten Unternehmen aus Bosnien und der Bundesrepublik Kontakte knüpfen. Er verwies aber auch auf viele Schwierigkeiten. So liege die Arbeitslosenquote in der Föderation schätzungsweise bei 50 Prozent. In der Republik Srspka, aus der etwa 60 Prozent der in Berlin lebenden Flüchtlinge stammen, sei das Elend noch größer. Nach Srspka seien nur drei Prozent des von der Europäischen Union zur Verfügung gestellten Geldes gegangen. Nicht zuletzt vor diesem Hintergrund kündigte Schlee an, künftig alle Hilfsaktionen stärker zu koordinieren. Dabei müßten die Nichtregierungsorganisationen einbezogen werden. Er plädierte dafür, eine "hohe Sensibilität in jedweder Richtung" zu zeigen.Nach Angaben von Kuno Böse, Staatssekretär in der Innenverwaltung, hat Berlin bisher 46 Männer und Frauen nach Bosnien abgeschoben. "Das werden wir massenhaft fortsetzen", so Böse. Ohne Druck, so Böse, hätte es überhaupt keine freiwilligen Rückkehrer gegeben. "Einladungsabschiebungen" nannte der Staatssekretär Aufforderungen der Ausländerbehörde, mit denen Kriegsflüchtlinge zur Ausreise gezwungen werden sollen.
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