Nach dem Gewaltverbrechen mit sechs Toten in einer Stader Mutter-Kind-Einrichtung sind neue Details zum mutmaßlichen Schützen bekannt geworden. Wie die Staatsanwaltschaft Stade mitteilte, besitzt der in Deutschland geborene 45-Jährige keinen Aufenthaltstitel. Zudem liegt gegen den türkischen Staatsangehörigen ein offener nationaler Haftbefehl in der Türkei vor. Der Mann befindet sich wegen Mordverdachts in Untersuchungshaft.
Der Verdächtige habe ausschließlich die türkische Staatsangehörigkeit, teilte die Staatsanwaltschaft Stade dem NDR Niedersachsen mit. Zwar sei der Mann in Deutschland geboren, verfüge hier aber über keinen Aufenthaltstitel, wie die Ermittlungsbehörde nach Angaben der Deutschen Presse-Agentur (dpa) mitteilte.
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Haftbefehl gegen Stade-Täter in der Türkei
Zudem liege gegen den 45-Jährigen ein offener nationaler Haftbefehl in der Türkei vor, so die Staatsanwaltschaft. Dass dieser bislang nicht bekannt gewesen sei, liege daran, dass es keine internationale Ausschreibung gebe, hieß es gegenüber dem NDR. Zu den Hintergründen des türkischen Haftbefehls äußerte sich die Behörde nicht. Der Grund werde noch geklärt, sagte eine Sprecherin der Staatsanwaltschaft laut dpa.
Dass der Haftbefehl weiter ausgeschrieben sei, deute darauf hin, dass der Verdächtige dafür bislang keine Haftstrafe in der Türkei verbüßt habe, so die Staatsanwaltschaft gegenüber der dpa. Nach der Tat hatte es Medienberichte gegeben, wonach der Mann in der Türkei bereits in Haft gesessen habe.
Sechs Tote in Jugendhilfeeinrichtung
Der Verdächtige soll am 29. Juni in einer Mutter-Kind-Einrichtung in Stade sechs Menschen erschossen haben. Unter den Opfern waren nach Angaben der Ermittler jeweils drei Mitarbeiter des Jugendamts der Region Hannover sowie der Einrichtung in Stade. Hintergrund ist nach bisherigen Erkenntnissen ein Sorgerechtsstreit um die zur Tatzeit drei Monate alte Tochter des Verdächtigen. Der Mann sitzt in Untersuchungshaft, ihm wird Mord vorgeworfen.
Im Blick der Ermittler stehen laut Staatsanwaltschaft auch die Mutter des Kindes sowie eine weitere Frau, die den Fluchtwagen gefahren haben soll. Inwieweit sie an der Tat beteiligt waren, sei weiter offen, sagte die Sprecherin der Staatsanwaltschaft laut dpa.
Die niedersächsische CDU fordert unterdessen mehr Informationen zu dem Fall. Die Landtagsabgeordnete und stellvertretende Bürgermeisterin von Stade, Melanie Reinecke, sagte dem NDR Niedersachsen, sie habe Sorge, dass rechtsextreme Kreise Gerüchte rund um die Tat für populistische Zwecke ausnutzten. Die CDU hat dazu eine Kleine Anfrage an die Landesregierung gestellt.
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