Die Hanse- und Universitätsstadt Rostock hat heute das grundlegend sanierte Kempowski-Ufer im Stadthafen offiziell übergeben. In die Erneuerung der Kaikante und die Aufwertung des Uferbereichs investierte die Stadt rund 22 Millionen Euro, davon steuerte das Land Mecklenburg-Vorpommern 11,9 Millionen Euro bei. Baumpflanzungen auf den neuen Grünflächen sollen im November folgen.
Oberbürgermeisterin Eva-Maria Kröger sprach bei der Eröffnung von einem Ort, an dem man „wunderbar den Kopf frei bekommt“. Die neue, tieferliegende Ebene am Wasser, Sitzstufen und zusätzliche Aufenthaltsflächen veränderten den Abschnitt spürbar. Kröger dankte ausdrücklich den Anliegern und Gastronomen, für die Lärm, Staub und Absperrungen über viele Monate eine Belastung dargestellt hätten. Auch Radfahrer hätten während der Bauzeit wiederholt Umwege in Kauf nehmen müssen.
Finanzsenator Chris von Wrycz Rekowski verwies darauf, dass mit dem Projekt nicht nur eine dringend notwendige Sanierung abgeschlossen sei, sondern auch ein öffentlicher Raum entstehe, der die Warnow stärker an die Stadt heranrücke und die weitere Entwicklung des Stadthafens erleichtere.
Spundwand aus den 1960er-Jahren war am Ende
Die Sanierung war nach Angaben der Stadt dringend geboten. Die bisherige Kaianlage stammte aus den 1960er-Jahren, ihre Spundwände waren stark marode, Teile des Hafens konnten zuletzt nicht mehr voll genutzt werden. Auf rund 450 Metern Länge entstand eine neue Spundwand, die im Baugrund rückverankert wurde. Verbaut wurden nach Angaben der Stadt rund 1365 Tonnen Spundwandstahl, 20.500 Tonnen Verfüllsand, 270 Tonnen Bewehrungsstahl und 1550 Kubikmeter Beton. Die Spundwände und Verankerungen wurden über den Wasserweg angeliefert und von der Wasserseite aus eingebracht.
Auch unter und hinter der Promenade wurde die Infrastruktur erneuert: Rund 1300 Meter Stromkabel und 500 Meter Trinkwasserleitungen wurden neu verlegt. Gemeinsam mit dem Versorger Nordwasser erneuerte die Stadt fünf Regenwassersammler, die bei Starkregen bis zu 3000 Liter pro Sekunde in die Warnow ableiten können.
Sitzstufen am Wasser und neue Marina „Ocean's End“
Sichtbares Kernstück der Neugestaltung ist eine rund 200 Meter lange, tieferliegende Geh-Ebene mit einer Sitzstufenanlage, die den Fußweg näher an die Warnow heranführt. Die technische Ausstattung der Liegeplätze wurde modernisiert, neue Strom- und Trinkwasseranschlüsse stehen der Schifffahrt zur Verfügung.
Umgebaut wurde zudem die Marina „Ocean's End“: Aus zuvor vier einzelnen Steganlagen entstand eine zusammenhängende Marina mit 120 Liegeplätzen für Boote bis zu 20 Metern Länge und bis zu 3,80 Metern Tiefgang. Die Anlage befindet sich im Eigentum der Stadt und soll an einen privaten Betreiber verpachtet werden.
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