Wiederaufbau

Stadtrat hat beschlossen: So wird Dresdens neue Carolabrücke aussehen

Der Stadtrat hat sich am Donnerstagabend mehrheitlich für die Variante ausgesprochen, die auch den Dresdnern am besten gefällt. Damit ist das Großbauprojekt auf den Weg gebracht.

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Die Dresdner mochten diesen Entwurf vom FHECOR/TSSB am liebsten. Dem folgten sowohl der Bauausschuss als auch der Stadtrat.

Die Dresdner mochten diesen Entwurf vom FHECOR/TSSB am liebsten. Dem folgten sowohl der Bauausschuss als auch der Stadtrat.

© FHECOR Deutschland GmbH und TSSB Planungsgesellschaft

Baubürgermeister Stephan Kühn (Grüne) betont zu Beginn der für Dresden so wichtigen Stadtratssitzung noch einmal, dass es ein großes Glück war, dass beim Zusammenbruch der Carolabrücke am 11. September 2024, 3 Uhr morgens, niemand zu Schaden kam. Dann lobt er die umfangreiche Beteiligung zahlreicher Interessengruppen, die in die Entscheidungsfindung für einen von vier Entwürfen der neuen Carolabrücke eingebunden waren.

Der Dresdner Stadtrat entscheidet sich am Donnerstagabend schließlich mehrheitlich für den Entwurf der Arbeitsgemeinschaft aus FHECOR Deutschland und TSSB Planungsgesellschaft.

Blick von der Albertbrücke auf die künftige Carolabrücke und die Dresdner Altstadt.

Blick von der Albertbrücke auf die künftige Carolabrücke und die Dresdner Altstadt.

© FHECOR Deutschland GmbH und TSSB Planungsgesellschaft

Dem vorausgegangen waren etliche Redebeiträge der baupolitischen Sprecher verschiedener Fraktionen sowie Änderungs- und Ersetzungsanträge, darunter unter anderem ein Antrag der Linken, die fordern, dass die Pläne für den Wiederaufbau der Carolabrücke aufgrund der notwendigen großen Investition auf Eis gelegt werden.

Ähnlich argumentierte im Anschluss die PVP-Kooperation, die fragte, ob 170 Millionen Euro dafür investiert werden müssen, um Verkehr in die Dresdner Innenstadt zu holen. Das würde keine andere europäische Stadt machen, ist sich Martin Schulte-Wissermann sicher. Stattdessen fordert die Kooperation eine schmalere und wesentlich kostengünstigere Verbindung, die nur von Straßenbahnen, Radfahrern und Fußgängern genutzt werden kann.

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SPD-Stadtrat Stefan Engel und seine Fraktion forderten indes, auf einen vierspurigen Ausbau der Brücke zu verzichten und stattdessen nur mit zwei Spuren zu planen, um Kosten zu sparen.

Auch Grünen-Stadträtin Susanne Krause argumentierte, dass ein vierspuriger Ausbau aufgrund der Verkehrsprognose, die künftig mit weniger Autos in diesem Bereich rechnet, überdimensioniert sei. Deshalb forderte ihre Fraktion, auf zwei Spuren zu verzichten.

Holger Zastrow (Team Zastrow) betonte, wie wichtig für seine Fraktion das Ergebnis der Bürgerbeteiligung gewesen ist. An dieser Stelle, mitten in Dresden, müsse man eine besonders schöne Brücke bauen. Und dabei zähle das Votum der Menschen, die in dieser Stadt leben, in besonderem Maß.

Thomas Ladzinski (AfD) wiederum betonte an diesem Abend, dass sich ein erneuter Vorstoß für eine Zweispurigkeit zu diesem Zeitpunkt verbiete, da der Stadtrat bereits einen vierspurigen Ausbau beschlossen hatte.

Carolabrücke: Chronologie vom Einsturz bis zur Stadtratsentscheidung

Der Dresdner Stadtrat hat nun entschieden, welcher Entwurf für den Wiederaufbau der Carolabrücke umgesetzt werden soll. Dem ging ein monatelanger Prozess aus Prüfungen, Planungswettbewerben und Bürgerbeteiligung voraus, an dessen Ende sich das eigens eingesetzte Begleitgremium auf einen Favoriten festgelegt hatte – allerdings knapp und gegen die Präferenz eines Teils der Öffentlichkeit.

Das Begleitgremium hatte sich mit 14 zu 12 Stimmen dafür ausgesprochen, das Planungsteam der Leonhardt, Andrä und Partner Beratende Ingenieure VBI AG gemeinsam mit dem Büro Knight Architects mit der weiteren Planung zu beauftragen.

Zuvor waren die Bürger in den Prozess einbezogen worden. Der Entwurf der Arbeitsgemeinschaft aus FHECOR Deutschland und TSSB Planungsgesellschaft gefällt den Dresdnern am besten und landete auf Platz eins. Über das Online-Portal carolaVOTE hatten sich im Juli und August nach Angaben der Stadt mehr als 25.800 Menschen an der Bewertung der vier Entwürfe für den Wiederaufbau beteiligt.

Warum die Carolabrücke überhaupt neu gebaut wird

Vor knapp zwei Jahren stürzte ein Teil der Carolabrücke ein – ein schockierendes Ereignis, bei dem wie durch ein Wunder niemand verletzt wurde. Aber der Kollaps hat bis heute weitreichende Folgen für die Verkehrsströme zwischen Alt- und Neustadt, die sich auf die benachbarte Augustus- und auf die Albertbrücke verlagerten.

Seither läuft die Planung für einen Ersatzneubau. Vier renommierte Ingenieurbüros wurden beauftragt, parallel eigene Entwürfe zu entwickeln: die Arbeitsgemeinschaft FHECOR/TSSB; das Ingenieurbüro GRASSL mit gmp Architekten; Leonhardt, Andrä und Partner mit Knight Architects; Schüßler-Plan und DKFS. 2031 soll die neue Brücke stehen.

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