Energie

Radeberger Stadtrat beschließt kommunalen Wärmeplan

Rund 80 Prozent der Wärme in Radeberg stammen laut Analyse aus fossilen Quellen. Der Plan nennt Gebiete, in denen Wärmenetze infrage kommen.

Alexander Angierski
3 Min
Wärmeplan für Radeberg: Der Stadtrat hat die Grundlage für künftige Investitionen in die Wärmeversorgung beschlossen.

Wärmeplan für Radeberg: Der Stadtrat hat die Grundlage für künftige Investitionen in die Wärmeversorgung beschlossen.

© Sylvio Dittrich/imago

Der Stadtrat der Großen Kreisstadt Radeberg hat am Mittwoch den kommunalen Wärmeplan beschlossen. Damit ist die Wärmeplanung abgeschlossen, die die Stadt seit Herbst 2024 gemeinsam mit SachsenEnergie und der seecon Ingenieure GmbH erarbeitet hat, wie die SachsenEnergie AG mitteilte. Ob und wo neue Leitungen tatsächlich verlegt werden, soll sich erst in weiteren Studien klären.

Der Wärmeplan ist eine strategische Grundlage für die langfristige Entwicklung der Wärmeversorgung im Stadtgebiet. Untersucht wurden die bestehende Wärmenachfrage, die vorhandenen Versorgungsstrukturen und die Potenziale verschiedener Wärmequellen. Daraus entstanden Entwicklungspfade für eine Versorgung mit weniger Treibhausgasen. Gefördert wurde das Projekt durch die Nationale Klimaschutzinitiative des Bundes.

Nach der Analyse beruht die Wärmeversorgung in Radeberg derzeit zu etwa 80 Prozent auf fossilen Energien, vor allem auf Erdgas und Heizöl. Als Alternativen betrachteten die Planer Solarthermie, Photovoltaik, Geothermie und industrielle Abwärme sowie dezentrale Lösungen. Auch Einsparungen durch energetische Sanierungen wurden berücksichtigt.

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Wärmenetze nördlich der Bahngleise denkbar

Ein zentrales Ergebnis sind mehrere Gebiete, in denen ein Wärmenetz künftig als sinnvoll gilt. Nördlich der Bahngleise erstreckt sich ein solcher Bereich entlang der Dresdner Straße und der Pulsnitzer Straße über die Badstraße bis in den Norden der Kernstadt.

Südlich der Gleise betreibt die Wärmeversorgung GmbH Radeberg (WVR) bereits mehrere Netze. Diese könnten vor allem im nordöstlichen Bereich erweitert und verdichtet werden. Als weiteres mögliches Netzgebiet nennt der Plan Kleinerkmannsdorf, das perspektivisch mit Abwärme aus der nahen Biogasanlage versorgt werden könnte.

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Festgelegt ist damit noch nichts. Die Erkenntnisse sollen nun in Machbarkeitsstudien einfließen, die eine mögliche Umsetzung vorbereiten. Dabei stehe die Wirtschaftlichkeit im Fokus, so SachsenEnergie. Einen Zeitplan oder Kosten dafür nannten Stadt und Unternehmen nicht.

Höhme sieht Orientierung für Investitionen

Oberbürgermeister Frank Höhme sprach von einer fachlich fundierten Grundlage für die Entwicklung der Wärmeinfrastruktur. „Der Wärmeplan zeigt Versorgungsoptionen für verschiedene Bereiche des Stadtgebiets auf und dient als Orientierung für zukünftige Entscheidungen sowie Investitionen.“ Ziel müsse eine bezahlbare, resiliente und klimaneutrale Wärmeversorgung sein.

In die Erarbeitung waren nach Angaben von SachsenEnergie auch Bürgerinnen und Bürger über Informations- und Beteiligungsformate einbezogen. Hinzu kamen Workshops mit Wohnungswirtschaft, Gewerbe, Energieversorgung und Verwaltung. Die dort eingebrachten Hinweise seien in den Plan eingeflossen.

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