Stärkere Unterstützung bei der privaten Altersvorsorge

Familien haben es leichter

Ruth Berschens
3 Min

BERLIN, 3. November. Die rot-grüne Koalition will Familien mit Kindern stärker bei der privaten Altersvorsorge unterstützen als bisher vorgesehen. So ist geplant, Arbeitnehmern mit Kindern den Zugang zu den staatlichen Hilfen zu erleichtern. Väter und Mütter müssen aus eigener Tasche weniger für die private Altersvorsorge aufbringen als Kinderlose. Darauf verständigten sich die Finanzexperten von SPD und Grünen, Jörg-Otto Spiller und Christine Scheel, mit Fachbeamten des Bundesfinanzministeriums am Donnerstag abend. Spiller und Scheel zeigten sich zuversichtlich, dass Bundesfinanzminister Hans Eichel (SPD) ihr Konzept Anfang kommender Woche absegnet. Wer keine Kinder hat, soll demnach mindestens 90 Mark im Jahr für die private Altersvorsorge aufwenden. Wenn er diese Zahlung nachweist, gibt der Staat im Jahr 2001 und im Jahr 2002 voraussichtlich jeweils 75 Mark dazu. Wer ein Kind hat, muss lediglich 75 Mark pro Jahr aus eigener Tasche für die private Altersvorsorge ausgeben, um Anspruch auf den staatlichen Zuschuss zu bekommen. Bei zwei und mehr Kindern reduziert sich die eigene Zahlung auf 60 Mark im Jahr. Die staatliche Prämie von 75 Mark im Jahr 2001 soll nach den Plänen von SPD und Grünen im Jahr 2003 auf 150 Mark, im Jahr 2005 auf 225 Mark und im Jahr 2007 auf 300 Mark ansteigen. Das bedeutet für das Jahr 2007, dass ein kinderloser Single vom Staat eine jährliche Zulage von 300 Mark und ein kinderloses Ehepaar eine Zulage von 600 Mark bekommt. Für ein Kind soll es eine zusätzliche Zulage von 360 Mark im Jahr geben. Weil die staatliche Zulage für die Altersvorsorge kontinuierlich steigt, sollen die Arbeitnehmer ab dem Jahr 2004 höhere eigene Leistungen für die Altersvorsorge nachweisen. Kinderlose müsse dann mindestens 90 Euro (rund 170 Mark) jährlich in die private Altersvorsorge einzahlen, wenn sie zusätzlich die staatliche Prämie kassieren wollen. Wer ein Kind hat, muss eine Eigenleistung von 75 Euro (rund 140 Mark) für die Altersvorsorge vorweisen. Bei zwei Kindern reduziert sich die Eigenleistung auf 60 Euro (rund 110 Mark) pro Jahr. Diese Mindestbeiträge aus eigener Tasche sind ab 2004 Voraussetzung dafür, dass der Staat die Prämie in Höhe von 300 Mark pro Person und 360 Mark pro Kind dazu zahlt. Die Prämien werden an alle Arbeitnehmer gezahlt, deren Bruttoeinkommen die Pflichtversicherungsgrenze in der Rentenversicherung nicht übersteigt. Das gilt im Jahr 2001 für alle Arbeitnehmer, die bis zu 8700 Mark (alte Bundesländer) beziehungsweise 7300 Mark (neue Bundesländer) monatlich verdienen. Wer brutto mehr verdient, erhält statt der staatlichen Prämie eine Steuererleichterung. Voraussichtlich wird im Jahr 2001 zunächst 1,0 Prozent des versicherungspflichtigen Bruttoeinkommens für die private Altersvorsorge steuerbefreit. Dieser Steuerfreibetrag soll dann nach dem Willen von SPD und Grünen ansteigen und zwar im Jahr 2003 auf 2,0 Prozent, im Jahr 2005 auf 3,0 Prozent und im Jahr 2007 auf 4,0 Prozent vom versicherungspflichtigen Bruttoeinkommen. Auch die gutverdienenden Arbeitnehmer müssen nachweisen, dass sie aus eigener Tasche in die private Altersvorsorge einzahlen. Nur dann bekommen sie Anspruch auf die Steuervorteile. Generell sollen die gutverdienenden Arbeitnehmer der Hälfte der nachgewiesenen Altersvorsorge-Beiträge von der Steuer absetzen können."Wir machen die private Altersvorsorge für Bezieher kleiner Löhne attraktiv. " SPD-Finanzexperte Jörg-Otto Spiller

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