Großbritannien

Starmer: Militär darf Tanker der russischen Schattenflotte festsetzen

Großbritannien will Tanker in britischen Gewässern festsetzen, die mutmaßlich zur russischen Schattenflotte gehören. Das Militär enthält eine entsprechende Erlaubnis.

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Der britische Premierminister Keir Starmer

Der britische Premierminister Keir Starmer

© Toby Melville/POOL/AFP

Der britische Premierminister Keir Starmer hat den Streitkräften die Genehmigung erteilt, Schiffe der sogenannten russischen Schattenflotte zu entern und festzusetzen. „Putin freut sich über den Krieg im Nahen Osten, weil er glaubt, höhere Ölpreise würden ihm zusätzliche Bereicherung verschaffen“, erklärte Starmer in einer Regierungsmitteilung. „Deshalb gehen wir noch entschlossener gegen seine Schattenflotte vor.“

Laut BBC befinden sich die Vorbereitungen für die ersten Einsätze in einem fortgeschrittenen Stadium. Spezialeinheiten – darunter der Special Boat Service und die Royal Marines – hätten in den vergangenen Wochen verschiedene Szenarien trainiert, einschließlich des Umgangs mit bewaffneten Besatzungen. Diese Übungen seien inzwischen abgeschlossen. Beamte des Verteidigungsministeriums gehen dem Bericht zufolge davon aus, dass die erste Operation in Kürze stattfinden werde.

Großbritannien: Sanktionen gegen 544 Schiffe

Zuvor hatten Angehörige der Royal Navy dem Bericht zufolge in den vergangenen Wochen Länder wie Finnland, Schweden und Estland bei der Überwachung und Verfolgung von Schiffen unterstützt, die mutmaßlich zur Schattenflotte gehören. Jedoch habe bislang noch kein britisches Militärpersonal ein Schiff betreten.

Die britische Regierung hat Sanktionen gegen 544 Schiffe verhängt, die zur russischen Schattenflotte gehören sollen. Nach Schätzungen Londons werden rund 75 Prozent des russischen Rohöls über diese alternden Tanker transportiert. Die Schiffe durchqueren gelegentlich den Ärmelkanal und könnten mittels Schiffsverfolgungstechnologie Wochen vor ihrer Ankunft in britischen Gewässern identifiziert werden, hieß es.

Als Rechtsgrundlage dient laut BBC der „Sanctions and Anti-Money Laundering Act“ von 2018, den Regierungsjuristen im Januar als geeignetes Instrument identifiziert hatten. Nach der Festsetzung der Schiffe könnten laut Downing Street strafrechtliche Verfahren gegen Eigentümer, Betreiber und Besatzungen wegen Sanktionsverstößen eingeleitet werden.

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