1,5 Millionen Euro weniger als veranschlagt: Das neue Parkhaus Terminal M (M steht für Mobilität) am Bahnhof in Ilmenau ist fertig und kann genutzt werden. Dass ein Bauprojekt unserer Tage günstiger wird als geplant, ist an sich bereits eine Seltenheit. Dass man noch dazu die geplante Bauzeit eingehalten hat, macht das Ganze noch unglaublicher. „Mit der Bezeichnung Terminal M sollen wir als kleine Universitätsstadt ein Stück weite Welt zeigen“, lacht auf die Frage nach dem Namen Arne Matius aus dem Ilmenauer Sachgebiet Öffentlichkeitsarbeit.
Das Parkhaus ist in dieser Woche offiziell in Betrieb gegangen: Die Einweihung am 23. September markierte das Ende einer bemerkenswerten Baugeschwindigkeit durch das Unternehmen Goldbeck (mit Sitz im vogtländischen Treuen). Erst am 10. Juni vorigen Jahres wurde der Grundstein gelegt und bereits am 7. November Richtfest gefeiert. Die Fertigstellung nach 15 Monaten lag exakt im Zeitplan. Zum Bautempo kommt noch ein weiterer Aspekt: Die veranschlagten Gesamtkosten in Höhe von 10,29 Millionen Euro verringern sich auf voraussichtlich 8,8 Millionen Euro, wie zur Eröffnung verkündet wurde. Auch wenn noch nicht alle Schlussrechnungen vorliegen, sei schon jetzt absehbar, dass das Vorhaben günstiger wird als geplant.
Arne Martius sieht dafür zwei Komponenten als besonders zentral an. „Zum einen haben wir die Kalkulationen mit einem kleinen Puffer für Baukostensteigerungen gemacht, die dann nicht eingetreten sind. Aber vor allem liegt das an der Baufirma, die ihre eigenen Technologien und vorgefertigte Bauteile genutzt hat, was natürlich Kosten einspart“, so der Öffentlichkeitsarbeiter der Stadt.
Der Ilmenauer Bahnhof ist in den vergangenen Jahren in eine moderne Verknüpfungsstelle für Bahn, Bus und Individualverkehr umgebaut worden.
© Matthias F. Schmidt / Erfut & Partner GmbH Architekten- und Ingenieurgruppe
Nicht alle Projekte in Ilmenau kommen günstig daher
Allerdings gelinge ein solcher Coup auch in Ilmenau nicht bei allen Bauobjekten. So sagt er, dass man derzeit statt bei den veranschlagten 140.000 Euro bereits bei Baukosten von 440.000 Euro für die seit langem geplante öffentliche Toilette in der Innenstadt angelangt sei. Das Problem: Vor zehn Jahren sei das Projekt noch zu viel günstigeren Preisen geplant worden, aber erst 2025 habe der Bau angefangen – ohne noch einmal eine komplette Neukalkulation zu machen.
Zurück zum Park-Terminal: Gefördert wurde die Errichtung von Terminal M über den Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) mit 55 Prozent EU-Fördergeld. Der Eigenanteil der Stadt Ilmenau lag bei 45 Prozent. Zur Verfügung steht mit der Einweihung des Parkhauses eine Nutzfläche von 8000 Quadratmetern, die neben 214 Autos auch Platz für 212 Fahrradstellplätze bietet, davon 60 in verschließbaren Boxen. Des Weiteren verfügt Terminal M über einen Ladeschrank mit zwölf Ladestellen, Stellflächen für fünf Lastenräder, fünf E-Scooter und 16 Motorräder.
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Fassade bekommt in diesem Herbst noch eine Begrünung
Die Fassadengestaltung soll trotz des imposanten Erscheinungsbilds des Objektes auch eine Verbindung zum Thüringer Wald herstellen. Im Herbst wird sogar noch eine Fassadenbegrünung angelegt. Das neue Parkhaus Terminal M dient zur Entlastung der Parksituation in der Innenstadt und der Förderung nachhaltiger Mobilität.
Der Neubau ist die Fortsetzung der seit dem Jahr 2009 andauernden Entwicklung des Ilmenauer Bahnhofsgeländes, das mit der Sanierung des eigentlichen Bahnhofsgebäudes als Terminal A begann. Später folgten die Neubauten Terminal B und C, die mit einem Glasgang über die Bahngleise miteinander verbunden sind.
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