Die gestiegenen Kraftstoffpreise setzen die Tafeln zunehmend unter Druck. Vor allem im ländlichen Raum mit weiten Fahrtwegen wird die Versorgung bedürftiger Menschen mit Lebensmitteln schwieriger. Besonders betroffen sind ostdeutsche Bundesländer wie Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern, doch auch Schleswig-Holstein kämpft mit ähnlichen Problemen.
„Die höheren Preise sind spürbar, das stellt die Tafeln vor erhebliche Herausforderungen“, sagte Kai-Gerrit Bädje, Vorsitzender des Landesverbandes der Tafeln in Sachsen-Anhalt. Besonders die Einrichtungen in den Randgebieten des Landes seien betroffen. Das zentrale Lager in Staßfurt im Salzlandkreis werde von vielen Tafeln angefahren, um Ware abzuholen und anschließend an die Ausgabestellen zu verteilen. Vor allem die großen Transportfahrzeuge verursachten hohe Kosten.
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Die Tafel in Merseburg legt nach eigenen Angaben mit zwei Fahrzeugen täglich rund 150 Kilometer zurück und versorgt bis zu 3.000 Menschen. Eine Mitarbeiterin erklärte, die Einrichtung stehe kurz davor, ihr Angebot einschränken oder einen Aufnahmestopp verhängen zu müssen. Bei der Tafel in Zeitz hätten sich die Tankausgaben verdoppelt, sagte die Koordinatorin. In Sachsen-Anhalt versorgen 35 Tafeln laut Landesverband rund 42.500 bedürftige Menschen. Das Land unterstützt mit jährlich 50.000 Euro – aus Sicht von Bädje zu wenig.
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40 Prozent Mehrkosten in Mecklenburg-Vorpommern
In Mecklenburg-Vorpommern beziffert der Landesverband die Mehrkosten auf rund 40 Prozent. „Für uns wird es immer schwieriger, denn wir müssen fahren, sonst können wir Menschen, die auf Hilfe angewiesen sind, nicht mehr versorgen“, sagte die stellvertretende Vorsitzende Alexandra Bauer. Im Flächenland müssten die Transporter weite Strecken zurücklegen, die Tafel in Demmin fahre teils bis kurz vor Hamburg. Im Land bieten 28 Tafeln Lebensmittel an. Seit dem 1. Mai entfallen die Lagergebühren im Zentrallager in Neubrandenburg, die Kosten übernimmt der Landesverband. Auch der Zulauf wachse, sagte Bauer – versorgt würden vor allem kinderreiche Familien und alte Menschen mit geringer Rente.
Doch die Probleme treffen nicht nur den Osten, sondern auch ländlich geprägte Gegenden in Westdeutschland. „Wir merken das sehr, denn wir sind wegen der Kühlwagen auf Dieselkraftstoff angewiesen“, sagte Frank Hildebrandt, Vorsitzender des Landesverbandes der Tafeln in Schleswig-Holstein und Hamburg. Die Auswirkungen seien jedoch unterschiedlich: Manche Einrichtungen könnten die Mehrkosten abfedern, andere bekämen Schwierigkeiten. Unter dem Dach des Landesverbandes sind 61 Tafeln zusammengeschlossen, 57 in Schleswig-Holstein und vier in Hamburg. (mit dpa)
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