Alles am neuen Amtssitz des Bundespräsidenten am Berliner Spreebogen blitzt und glänzt noch. Doch der schicke Neubau mit seiner bunten Fassade kann nicht darüber hinwegtäuschen, dass der Hausherr der alte geblieben ist. Inmitten der modern anmutenden Lego-Architektur wirkt Frank-Walter Steinmeier wie eine in die Jahre gekommene Minifigur, deren Gliedmaßen sich nicht mehr verrenken lassen, weil sie in der immer gleichen, pseudo-staatsmännischen Haltung unumstößlich festgeklickt sind.
Unter dem Titel „Zuhause in Deutschland. Wie wir miteinander leben“ lud der Bundespräsident zur ersten großen Publikumsveranstaltung in sein neues Domizil. Es sollte ein Plädoyer für Vielfalt und ein Signal gegen Ausgrenzung sein, knapp zwei Wochen vor den Landtagswahlen in Sachsen-Anhalt. Das Ganze entpuppte sich schnell als eine sorgsam kuratierte Wohlfühlveranstaltung, die die drängenden Realitäten der Migration aussparte.
Kommentar
Steinmeiers Migrations-Folklore am Spreebogen – am Ende stört ein Landrat
Der Bundespräsident feiert die vielfältige Republik an seinem neuen Amtssitz. Ein Landrat aus Sachsen-Anhalt erinnert daran, wie dort in zwei Wochen fast die Hälfte wählen wird.
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Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier bei seiner Rede in seinem neuen Amtssitz am Spreebogen in Berlin: „Deutschland ist ein Land mit Migrationshintergrund.“
© IMAGO/Andreas Gora
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