Artemis II

Sternensensoren aus Jena steuern erste bemannte Mondmission seit 1972

Erstmals in diesem Jahrtausend fliegen wieder Menschen zum Mond. Dabei navigieren Sternensensoren aus Jena das Raumschiff Artemis II auf seiner Mission.

OAZ
3 Min
Bei der Artemis II-Mission spielt Technik aus Thüringen eine zentrale Rolle.

Bei der Artemis II-Mission spielt Technik aus Thüringen eine zentrale Rolle.

© Keegan Barber/Nasa/IMAGO

Erstmals seit mehr als einem halben Jahrhundert sind wieder Menschen auf dem Weg zum Mond – und Technik aus Jena spielt dabei eine zentrale Rolle. Sternensensoren der Jena-Optronik GmbH sorgen für die exakte Ausrichtung und Navigation des Raumschiffs, das in der Nacht von Cape Canaveral in den USA gestartet ist. Die Sensoren leiten die Raumkapsel mit vier Astronauten auf ihrem Weg in die Mondumlaufbahn, wie das auf Weltraumtechnik spezialisierte Unternehmen mitteilte.

Bei den Sternensensoren handelt es sich um optische Navigationssysteme, die Optik mit Bildverarbeitung kombinieren und Sterne zur Orientierung nutzen. Sie gehören zu den grundlegenden Instrumenten der Raumfahrt. Gerade bei einer Mondmission komme es auf höchste Genauigkeit an, erklärte das Unternehmen: „Bereits kleine Fehler können aufgrund der großen Distanz zwischen unserem Planeten und seinem Trabanten zu erheblichen Kursabweichungen bei der Raumkapsel führen.“ An eine bemannte Mission würden zudem besonders hohe Anforderungen an die Software gestellt. „In unserem Projektteam wird besonderes Augenmerk auf diese Aspekte gelegt, und wir sind stolz, an solchen wegweisenden Missionen beteiligt zu sein“, sagte Andreas Deter, Projektleiter Sternsensoren bei Jena-Optronik.

Die Artemis-II-Mission der NASA soll etwa zehn Tage dauern und ist die erste bemannte Mondmission seit Apollo 17 im Jahr 1972. Sie dient dazu, Navigation, Kommunikation und Lebenserhaltungssysteme unter realen Bedingungen zu testen.

„Kompass der Mission“

Mit dem Start der Artemis-II-Mission der NASA in der Nacht beginnt ein neues Kapitel der bemannten Raumfahrt – und Thüringen ist mittendrin, erklärte die Thüringer Staatskanzlei in Erfurt. Der Sternensensor aus Jena sei gewissermaßen der „Kompass der Mission“. Ministerpräsident Mario Voigt (CDU) verfolgte den Start des Raumschiffs nach Angaben der Staatskanzlei live auf den Bildschirmen bei der Jena-Optronik GmbH. Dass die erste bemannte Mondmission seit mehr als 50 Jahren mit Technik aus Thüringen gestartet ist, nannte der Regierungschef „ein starkes Signal für die Innovationskraft im Grünen Herzen Deutschlands“.

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Die Jena-Optronik GmbH kann auf eine lange Tradition bei der Herstellung von Systemen zur Lageregelung von Satelliten und Raumschiffen zurückblicken, die bis in die DDR-Zeit zurückreicht. Sternen- sowie Rendezvous- und Dockingsensoren aus Jena kamen bereits bei zahlreichen Weltraummissionen zum Einsatz. Nach eigenen Angaben hat das Unternehmen bisher mehr als 450 Lageregelungssensoren verkauft, die weltweit bei nationalen und internationalen Projekten eingesetzt werden – darunter das europäische Erdbeobachtungsprogramm Copernicus und der Kommunikationssatellit Alphasat. (mit dpa)

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